Die Zucht


 

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"Wir geben
dem Hund das,
was übrig bleibt an Zeit,
Raum und Liebe -
doch der Hund gibt
uns alles was er hat!"

 

(Ludwig Wittgenstein, Philosoph)

 

 

Keine Geflügelknochen
für den Hund
ist eine Mähr ohne Grund!
Denn nur gekocht
splittern sie, nicht roh
und so bleibt auch
der Hund ganz froh!

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FdGBH

Unser Tierarzt:
DVM G. Klünder




15831 Mahlow
Tel:. (03379) 3 81 40
Mobil: (0171) 6 32 69 26

Mo, Mi, Do,
16:00 - 18:30 Uhr
Fr, Sa,
14:00 - 15:00 Uhr

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Voraussetzungen zur Zucht von Hunden


Bevor Rassehunde zur Zucht zugelassen werden, müssen sie - je nach Züchter-Verein - mehr oder weniger strenge Voraussetzungen erfüllen.
Es kommt nicht nur darauf an, dass die Hunde dem gewünschten Bild ihrer Rasse entsprechen, sondern auch darauf, dass sie keine Erbkrankheiten weitergeben. Während ersteres auf einer Zuchtschau durch die Note festgelegt wird, die der Zuchtrichter dem Tier gibt, muss letzteres von einem Tierarzt am narkotisierten Hund untersucht werden. Sehr moderne Zuchtvereine verfolgen zudem die Entwicklung des Nachwuchses über Jahre hinweg, so dass Vererber von Krankheiten gefunden und aus der Zucht genommen werden können. Viele dieser Vererber zeigen selbst keinerlei Symptome, wäre sonst also höchstens anhand genetischer Tests zu erkennen.

Von folgenden Krankheiten sollten die Elterntiere meiner Meinung nach völlig frei sein:


-

HD (=Hüftgelenksdysplasie):

Oberschenkelkopf passt nicht richtig in die Gelenkpfanne.
-

Patella Luxation (Kniescheibenverrenkung):

Kniescheibe verlässt zumindest zeitweilig die ihr angestammte Position.
-

Progressive Retinal Atropy (PRA):

fortschreitende Netzhautrückbildung.
-

RD (Retina Dysplasie):

Netzhautdefekt
-

CEA (Collie Eye Anomalie):

krankhafte Veränderung des Augenhintergrundes,
tritt nicht nur bei Collies auf.
-

Katarakt (Grauer Star):

Linsentrübung
-

PHTVL/PHPV (Persist. Hyperpl.-Tunica Vasc.)

- noch eine Augenkrankheit.
Des weiteren können Untersuchungsergebnisse vorliegen zu

Osteochondrosis - Schultergelenkdysplasie
Multiple Epiphysendysplasie - Ellenbogendysplasie

Ich würde einen Welpen nur kaufen, wenn Vater und Mutter absolut

HD-frei

sind (Schweregrad der Erkrankung: A=frei). Leider wird in vielen Vereinen noch mit schwach bis mittelstark HD-belasteten Elterntieren gezüchtet (Schweregrade: B=Verdacht, C=leichte, D=mittlere HD). Vorsicht!
Die Welpen können stärker HD-belastet sein. Gesunde Gelenke sind aber ein Muss für jeden Hund, denn Hunde sind Bewegungstiere. Haben sie bei der Bewegung Schmerzen, werden sie trotz Schonung kein angenehmes Hundeleben haben und nicht alt. Die Rechnungen der Tierkliniken können dagegen beachtlich sein, wenn Gelenke operiert oder akkupunktiert werden.
In manchen, rein kommerziellen Vereinen werden keine Untersuchungen gemacht. Sind die Welpen dann noch schlecht gepflegt, ist es unwahrscheinlich, dass man dort ein gesundes Tier erwirbt. Auch wenn das Tier einen geringeren Preis hat, als ein Welpe aus einem verantwortungsvolleren Verein, sollten Sie sich die Anschaffung gut überlegen. Die Tierarztkosten übersteigen schnell ein Mehrfaches des Anschaffungspreises und wenn Sie Pech haben, wird ihr "Sorgenkind" dann trotzdem nicht alt. Andererseits sind die Rassehunde der "guten", international erfolgreichen Vereine sehr viel höher gezüchtet, als die Hunde der kleinen Vereine. In überzüchteten Linien treten Erbkrankheiten besonders oft auf, da die Elterntiere meist schon recht stark miteinander verwandt sind (hoher Inzuchtkoeffizient). In der sogenannten Linienzucht ist die Verpaarung verwandter Tiere das Mittel, um gewünschte Merkmale zu verstärken. Für erblich bedingte Krankheiten gilt jedoch dasselbe Vererbungsschema!
Viele Züchter arbeiten überhaupt nicht mit ihren Tieren und merken gar nicht, wie wenig belastbar ihre Schätzchen sind. Andererseits birgt das Züchten mit jungen Eltern die Gefahr, dass erbliche Krankheiten bei diesen Tieren noch nicht erkennbar sind. Weiter vererbt werden sie trotzdem. Dagegen hilft auch die beste Welpenpflege nicht. Dafür entspricht der Hund in besonderem Maße den für die Rasse geltenden Schönheits-Idealen.
Meine 5 Hunde werden bzw. wurden alle nicht alle vom Verband für das Deutsche Hundewesen

(VDH)

als reinrassig anerkannt. Der VDH ist der international anerkannteste Dachverband, dem etwa 160 deutsche Hundzüchter-Vereine angeschlossen sind. Er ist der internationalen Dachorganisation Fédération Cynologique International

(FCI)

angeschlossen. Es gibt andere Verbände, die sich auch "international" nennen, aber die Rasse-Standards werden vom

FCI

gemacht. Für den VDH sind/waren meine Hunde Mischlinge, obwohl sie Ahnentafeln besitzen. Buck ist sogar ein reinrassiger Germanischer Bärenhund (mehrfach prämiert bei internationalen Hundeausstellungen), wie auch unsere etwas zu klein gebliebene Dolly. Sie besitzen international anerkannten Urgroßeltern und haben vom Urzüchter Carsten Kieback ausgestellte Papiere. Nur, weil sich die Verbände untereinander nicht "grün" sind und unsere Dachverbände, der

DRC

(Deutscher Rassehunde Club), der

NKV

(Nationaler Kynologischer Verband) und der übergeordnete internationale Dachverband

IHV

(Internationaler Hunde Verband) vom "großen" VDH nicht anerkannt werden, heißt dieses diese nicht, dass hier weniger gute Zucharbeit geleistet wird.
Auch in unserem Verein werden nur absolut HD-freie Tiere zur Zucht zugelassen. Das wird mir gegenüber jedenfalls von den Bärenhundezüchtern immer wieder beteuert und regelmäßig vom Urzüchter nachgefragt und geprüft. Buck und Dolly haben ihre Untersuchungen über sich ergehen lassen und erwiesen sich dabei als kerngesund. Die voraussichtliche Gesundheit der Tiere war mir bei der Anschaffung der Welpen wichtiger als die Anerkennung durch den VDH. Meinen Artus (Golden Redriver) wurde fast 21 Jahre alt, ohne jemals nennenswerte Tierarztkosten zu verursachen.
Noch mit über 16 Jahren konnte ich ihn mit Buck über unsere Felder rennen lassen bis zu 12 km weite Touren mit ihnen laufen können! Ich denke, der FCI und auch der VDH täten gut daran, gesunde Rassehunde anderer Vereine in die eigene Zucht einzubeziehen.
Es würde die Zuchtbasis verbreitern, d.h. den Inzuchtkoeffizienten senken und der Gesundheit der bei ihnen schon sehr hochgezüchteten Hunde sehr zuträglich sein.


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Die Zucht von Rassehunden


Vorraussetzungen


Ein Hund muss Zuchttauglich geschrieben sein .Hierzu muss er je nach Rasse und Größe ein Alter von 15 Mon. bis zu einer Widerristhöhe von 45 cm. oder über 45 cm . 18 Mon. Alt sein. Bei Großrassen wie Germanischen Bärenhunden sollte ein Alter von 20 -24 Mon. erreicht sein. Die Zuchttauglichschreibung erfolgt in der Regel durch einen Richter im Hundewesen. Dieser sollte sich mit der Rasse gut auskennen.

Worauf achtet der Richter?


- auf Entwicklung des Hundes (Größe und Bau)
- den Gesundheitszustand insbesondere die " HD-"*1 sowie "ED-" Werte.
- die Vollzahnigkeit,*2
- die Augenlider und den Köperbau des Hundes.
- die Gänge des Hundes, das Fell sowie die Rute.
In allen Rassestandards sind zudem Fehler und auszuschließende Fehler.
Ein zur Zucht vorgesehener Hund muss auf einer oder besser auf mehrere Hundeschauen ein "Vorzüglich" (V1) in der Offenen Klasse bekommen haben.
Zudem ist bei der Verpaarung auszuschließen, dass der Inzuchtfaktor zu hoch ist. Der Züchter hat sich einem Zuchtverein anzuschließen (z.B. dem E.GBH.e.V.), der seine Zwingerschutzurkunde und die Ahnentafeln für die Welpen ausstellt. Ferner überwacht der Verein die Verpaarung und vermittelt Deckrüden.

Der Deckrüde


Er wird mit 18 Mon. Zuchttauglich geschrieben, wenn beide Hoden vorhanden sind und die vorgenannten Punkte erfüllt werden. Er sollte (bei GBH`s) immer etwas größer sein, als die Hündin. Die Hündin Sie muss dem Rassestandards entsprechen und alle Punkte wie oben erfüllen.

Das Decken


Wenn alle diese Punkte erfüllt sind, muss ein Deckrüde ausgewählt werden.
Rüde und Hündin sollten sich vor der Paarung schon kennen. Die Hündin wird 2-mal im Jahr "Läufig". Vom 9-11 Tag ist die Stehzeit, in der die Hündin Paarungsbereit ist. Man sollte den Rüden nicht zulange Decken lassen, um gleich große Welpen zu bekommen.
In der Regel 2-3-mal. Wenn der Rüde " hängt", hat die Paarung stattgefunden. Das Hängen des Rüden dauert zwischen 10 und 30 Minuten. In dieser Zeit darf man das Paar nicht stören.

Die Tragzeit der Hündin

Eine Hündin trägt ca. 63 Tage. In dieser Zeit muss sie besonders gut ernährt werden. Sie solle 2-mal entwurmt und die Impfung muss überprüft werden. Besser ist es, wenn die Hündin vor dem Decken geimpft ist, da dann die Welpen einen besseren Schutz haben.

Das Werfen


Die Geburt *ist immer ein Wunder der Natur. Obwohl ich bei meiner jahrzehntelangen Erfahrung in der Hundezucht schon viele Würfe erlebt habe, ist es immer wieder aufregend. Vor dem Werfen ist die Hündin unruhig und sucht eine Stelle für die Geburt.
Man muss aufpassen, das sie sich nicht versteckt. Es ist mir schon ein paar Mal passiert, dass die Hündin verschwunden war und "Irgendwo" geworfen hat. Wir haben eine Wurfkiste in der Küche, mit Fußbodenheizung und Rotlicht, damit es die Welpen warm haben. Das ist in den ersten Tagen wichtig.
Dick mit Zeitung ausgelegt, um das Fruchtwasser aufzusaugen. Zuerst kommt Fruchtwasser und die Wehen setzen ein.
Wenn der 1.Welpe kommt, presst die Hündin die Fruchtblase mit dem Welpen, den sie dann in der Regel selber auspackt und abnabelt.
Manchmal muss der Züchter auch helfen.
Deshalb sind wir immer beim Werfen dabei.
Es ist auch für die Hündin ein gutes Gefühl, wenn man "Pfote" hält. Das Ganze kann sich schon mal über 12 und mehr Stunden hinziehen.
Meistens immer in der Nacht. Das kommt wohl noch aus der Zeit der Wölfe, meine Frau macht die "1." und ich die "2.Schicht". Aber wenn es dann in der Wurfkiste wuselt und "mautzt", ist alles vergessen.
Nicht immer läuft die Geburt glatt. Als alter Züchter hat man seine Erfahrung, was Zu tun ist. Aber manchmal hilft nur noch der Tierarzt. Als Anfänger in der Zucht sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden.

Die 1. Tage der Welpen


Wenn die Welpen abgenabelt sind, krabbeln sie zur Mutter ans Gesäuge.
Da ist es wieder, das Wunder der Natur. Die Mutter übernimmt die Betreuung der Welpen, die nach der Geburt ein Gewicht von 400-600g haben (=bei Bärenhunden).
Sie säugt sie und hält sie sauber. Der Züchter hat in dieser Zeit darauf zu achten, das die Mutter die Welpen nicht "tot liegt" und das der Nabel gut abheilt.
Mit dem 11.Tag bekommen die Welpen "Augen" und das Leben in der Wurfkiste geht richtig los. Spielen, Säugen, Bellen, Schlafen und Kak… .
Dann kommt die Zeit, wo die Wurfkiste zu klein wird. Der 1.Umzug steht an, ab ins Welpenhaus. Es ist wieder ruhig in der Küche, aber irgendwas fehlt doch.

Die 2 Woche

Mit 14 Tagen werden die Welpen zugefüttert, bis zu 5-mal am Tag.
Jetzt Wiegen sie 1 Kg und mehr.

Mit 3 Wochen

ist die erste Entwurmung
(von nun an alle 3 Wochen).

Mit 6 Wochen


Wurfabnahme durch den Zuchtwart.
Auch die 1 Impfung steht an und der Tierarzt beschaut die Welpen.

Die 6 Woche


Bei schönem Wetter sind die Welpen nun schon im Freiland mit der Mutter. Das Gewicht der Welpen kann nun schon 3-4 Kg betragen. Die ersten Welpenangucker kommen und suchen ihr Baby aus. Aber sie müssen noch bis zur 10.Woche warten, davor werden keine Babys abgegeben. Wenn dann der Tag der Abholung kommt, ist es so, als wenn ein Kind auszieht. Wollen Sie wirklich Hundezüchter werden?

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