Legenden und Geschichten


 

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"Ich ziehe
die Gesellschaft
der Tiere,
der menschlichen vor.
Gewiss ein wildes Tier
ist grausam,
aber die "Gemeinheit"
ist das Vorrecht des Menschen."

(Carl Weizäcker,
Physiker und Philosoph)

 

 

Keine Rasse ist
der Natur so nah,
wie die
Germanische Bärenhunde-Schar!
Aus dem Wolfe
von der Natur gemacht,
er heute seine Menschen
gut bewacht!

Tasso
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FdGBH

Unser Tierarzt:
DVM G. Klünder



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Allgemeine Informationen zu den Wikingern

Im Zeitraum von 800 bis 1050 n.Chr. hielten die nordischen Völker ihren dramatischen Einzug in die europäische Arena. Sie stürmten vorwärts, die festgefügten Gemeinschaften terrorisierend, die zwar an Krieg gewöhnt waren, nicht aber an die überraschungstaktik der Wikinger. Der Kontakt zwischen Skandinavien und dem übrigen Europa war jedoch nichts Neues. Archäologische Funde zeigen, dass Handel und kultureller Einfluss mehrere Jahrtausende zurückverfolgt werden können. Trotzdem war das nordische Gebiet ein abseits gelegener Winkel mit geringem politischen und wirtschaftlichen Wert für das übrige Europa.

Ein Text von Prof. Dr. phil. Arne Emil Christensen Das Bild änderte sich kurz vor 800. Im Jahre 793 wurde das Kloster Lindisfarne an der Ostküste Englands von fremden Seefahrern geplündert, und gleichzeitig finden wir die ersten Aufzeichnungen über überfälle andernorts in Europa. Chroniken und Berichte über die nächsten 200 Jahre strotzen von Schreckenstaten der Wikinger. Kleinere und größere Gruppen von Schiffen griffen sämtliche Küsten Europas an. Die Wikinger segelten die Flüsse Frankreichs und Spaniens hinauf, eroberten den größten Teil Irlands und weite Gebiete von England und besetzten Gebiete entlang den Flüssen in Russland und an der Ostseeküste. Es wird von Beutezügen im Mittelmeerraum berichtet, die weit nach Osten bis zum Kaspischen Meer vordrangen. Von Kiew kommende Nordleute waren sogar so tollkühn, einen Angriff auf Konstantinopel, die Hauptstadt des Oströmischen Reiches, zu versuchen.

Mit der Zeit wurden die reinen Beutezüge durch Kolonisation ersetzt. Ortsnamen erzählen von einer großen Wikingerbevölkerung in Nordengland, mit York als Zentrum. Ein großes Gebiet weiter südlich in England bekam den Namen Danelaw. In Frankreich erhielt ein Wikingerhäuptling vom französischen König die Normandie als Lehen, um andere Wikinger fernzuhalten. Die Inseln nördlich von Schottland bekamen eine gemischte keltisch-altnordische Bevölkerung, und auf Island und Grönland entstanden blühende Gemeinschaften.

Der letzte Vorstoß nach Westen war der misslungene Versuch, in Nordamerika Siedlungen zu gründen. Um das Jahr 1000 entdeckten Leute aus Island oder Grönland Land weiter westlich, und die Sagas erzählen von mehreren Fahrten, wo Menschen versuchten, in dem neuen Land Wurzeln zu schlagen. Die Kolonisatoren gerieten in Konflikt mit entweder Indianern oder Eskimos und gaben auf.

Versuche, die Länder zu lokalisieren, in denen sich Nordleute niederließen, führen je nachdem, wie die Isländischen Sagas ausgelegt wurden von Labrador bis Manhattan. In den 1960er Jahren fanden Anne-Stine und Helge Ingstad Siedlungsreste an der Nordküste Neufundlands. Die Ausgrabungen zeigten, dass es sich um überreste von Häusern desselben Typs handelte wie die auf Island und Grönland. Es wurden auch altnordische Gegenstände gefunden, die man um das Jahr 1000 datiert hat. Ob dies die Spuren nach den Fahrten sind, von denen die Sagas berichten, oder von anderen Fahrten, über die es keine schriftlichen Quellen gibt, läßt sich unmöglich mit Sicherheit sagen. Die Funde sind auf jeden Fall der sichere Beweis dafür, daß nordische Seefahrer wie in den Sagas nachzulesen um das Jahr 1000 wirklich zum nordamerikanischen Kontinent gesegelt waren.


überbevölkerung und Ressourcenknappheit

Welche Ursachen hatte die gewaltige Expansion im Laufe von nur wenigen Generationen? Stabile Staatsgründungen wie das Fränkische Reich und die angelsächsischen Königtümer in England hatten den Angreifern offensichtlich wenig entgegenzusetzen. Das Bild, das uns die schriftlichen Quellen vermitteln, ist vermutlich davon gefärbt; die Wikinger werden als schreckliche Räuber und Banditen dargestellt. Sicherlich waren sie das, aber sie müssen außerdem noch andere Eigenschaften gehabt haben. Einige ihrer Führer müssen höchst fähige Organisatoren gewesen sein. Zwar konnte mit Hilfe einer wirkungsvollen militärischen Taktik ein Krieg gewonnen werden; außerdem aber gründeten die Wikinger in eroberten Gebieten Königtümer. Einige wie zum Beispiel in Dublin und York überlebten die Wikingerzeit nicht; Island aber ist noch immer eine blühende Nation. Das Wikingerkönigtum in Kiew wurde zur Basis des Russischen Reiches, und die Spuren des hervorragenden Organisationstalents der Wikingerhäuptlinge sind noch heute deutlich sichtbar auf der Isle of Man und in der Normandie. In Dänemark hat man vom Ende der Wikingerzeit die überreste von Verteidigungsanlagen gefunden, die als Sammelplatz für große Armeen dienten. Die Burgen sind kreisrund und in Quadranten aufgeteilt, mit quadratischen Gebäuden in jedem der vier Abschnitte. Die Burgen sind mit einer Präzision angelegt, die den ausgeprägten Sinn der Führer für Systematik und Ordnung bezeugt. Am Hof des dänischen Königs muss es gründliche Kenntnisse über Landvermessung und Geometrie gegeben haben.

Außer den westeuropäischen Schilderungen haben wir schriftliche Quellen von anderen Zeitgenossen der Wikinger von reisenden Arabern und aus Byzanz. Kurzgefasste Inschriften sind uns in der Heimat der Wikinger ebenfalls hinterlassen worden in Holz und Stein geritzte Runen. Die Geschichten der Sagas aus dem 12. und 13. Jahrhundert haben uns ebenfalls viel über die Wikingerzeit zu erzählen, obwohl sie viele Generationen nach der Zeit geschrieben wurden, die sie schildern.

Die Wikinger kamen aus dem Gebiet, das heute Dänemark, Schweden und Norwegen ist. Es war eine sich selbst versorgende bäuerliche Gesellschaft, wo Ackerbau und Viehzucht durch Jagd, Fischfang, Eisengewinnung und den Abbau von besonderen Gesteinsarten zur Herstellung von Wetzsteinen und Kochgerät ergänzt wurden. Obwohl es den Bauern gelang, das meiste selbst herzustellen, wurden gewisse Produkte gehandelt, zum Beispiel das für Mensch und Tier wichtige Salz. Das Salz ist eine Alltagsware, die wahrscheinlich nicht über weitere Strecken als notwendig herangeschafft wurde, während Luxusartikel aus dem südlicheren Europa importiert wurden. Eisen, Wetzsteine und Kochgerät aus Speckstein waren Exportartikel und wesentliche Ursache für das Aufblühen des Handels in der Wikingerzeit. Selbst in der Periode, als Wikingerüberfälle an der Tagesordnung waren, wurde zwischen Westeuropa und dem Heimatland der Wikinger Handel getrieben. Einen der wenigen Berichte, die wir über die Verhältnisse in Norwegen in der Wikingerzeit haben, verdanken wir dem nordnorwegischen Häuptling Ottar. Er besuchte König Alfred von Wessex als friedlicher Kaufmann, während Alfred gleichzeitig mit anderen Wikingerhäuptlingen regelrecht Krieg führte.

Eine Theorie schlägt als Ursachen für die Expansion in der Wikingerzeit überbevölkerung und Ressourcenknappheit im Heimatland vor. Das archäologische Material bezeugt, dass parallel zur Expansion ins Ausland in dünn besiedelten Waldgebieten neue Höfe entstanden. Somit ist überbevölkerung sicherlich ein mitwirkender Faktor. Eisengewinnung ist möglicherweise ein weiterer. Genügend Eisen, um für alle, die sich auf Kriegszug begaben, Waffen schmieden zu können, war für die Wikinger gleichbedeutend mit taktischer überlegenheit.

Städte und Staatsgründungen

Im Verlauf der Wikingerzeit veränderte sich die Gesellschaft. Führende Häuptlingsfamilien vermehrten ihren Landbesitz und ihre Macht und schufen damit die Voraussetzung für die Gründung von Staaten. Die ersten Städte entstehen, und von Staraja Ladoga und Kiew in Rußland bis York und Dublin auf den britischen Inseln können wir uns eine Vorstellung vom Alltagsleben der Stadbewohner machen. Marktplätze und Städte beruhten auf Handel und Handwerk, und obwohl die Stadt-Wikinger vermutlich Vieh besaßen und Landwirtschaft und Fischerei betrieben, um ihren eigenen häuslichen Bedarf zu decken, waren die Städte sicherlich auf Versorgung aus den umliegenden Regionen angewiesen. In Südnorwegen liegt der Marktplatz in Kaupang bei Larvik. Er wird in Ottars Bericht an König Alfred erwähnt. Kaupang war und blieb Marktplatz, während Birka am Mälarsee in Schweden und Hedeby an der deutsch-dänischen Grenze durchaus als Städte bezeichnet werden können. Diese beiden wurden gegen Ende der Wikingerzeit von den Einwohnern verlassen, während Ribe in Südjütland wie natürlich York und Dublin noch heute blüht. In diesen Städten finden wir gut regulierte Gebiete mit deutlich festgelegten Grundstücksgrenzen, Straßen und die Stadt umgebenden Befestigungen. Es ist offenkundig, dass einige Städte geplant waren. Viele wurden wohl auf Geheiß des Königs angelegt, wo er selbst oder die Männer seines Vertrauens über Stadtplanung und Grundstücksverteilung bestimmten. Wir können sehen, dass der Müllentsorgung nicht die gleiche Aufmerksamkeit gewidmet wurde wie der Städteplanung. Wir finden dicke Schichten Abfall. Damals müssen Dreck und Gestank höchst unangenehm gewesen sein; heute finden wir Spuren des Alltagslebens von Handwerksabfällen bis hin zu Läusen und Flöhen. So können wir uns ein Bild davon machen, wie die Menschen damals gelebt haben. Wir finden Dinge, die von weither gekommen sein müssen wie etwa arabische Silbermünzen und Reste von Seidenstoffen aus Byzanz neben den Erzeugnissen einheimischer Schmiede, Schuhmacher und Kammacher.



Eine gewalttätige Gesellschaft

Ein Hinweis auf die Gewalttätigkeit der Gesellschaft ist die Tatsache, dass fast alle Männergräber Waffen enthalten. Ein gut ausgerüsteter Krieger musste ein Schwert haben, einen Holzschild mit einem Eisenbuckel in der Mitte zum Schutz der Hand, Speer, Axt und einen Bogen mit bis zu 24 Pfeilen. Helm und Brünne, mit denen Wikinger auf modernen Bildern häufig dargestellt werden, gibt es nur äußerst selten unter den archäologischen Funden. Helme mit Hörnern, die auf den Bildern so oft zur "Ausrüstung eines Wikingers" gehören, sind unter den echten Gegenständen aus der Wikingerzeit noch nie vorgekommen.

Selbst mit Waffen reichlich ausgestattete Gräber gewähren uns einen Einblick in friedlichere Tätigkeiten: Sichel, Sense und Hacke liegen Seite an Seite mit den Waffen; der Schmied hat seinen Hammer sowie Amboss, Zange und Feile bei sich. Dem Küstenbauern, der häufig in seinem Boot beigesetzt wurde, hat man sein Fischfanggerät mitgegeben. In den Frauengräbern finden wir persönlichen Schmuck, Küchengerät und Werkzeug zur Herstellung von Textilien. Auch Frauen wurden häufig in einem Schiff bestattet. Gegenstände aus Holz, Textil und Leder sind nur selten erhalten geblieben, so dass unsere Kenntnisse große Lücken aufweisen. In einigen wenigen Gräbern hat das Erdreich mehr bewahrt als sonst üblich. Entlang dem Oslofjord liegt direkt unter der Grasnarbe Tonerde, die so dicht ist, dass weder Luft noch Wasser durchdringen können. Einige Gräber sind nach tausend Jahren noch gut erhalten, und hier finden wir die ganze Palette von Gegenständen, die dem Verstorbenen einst mitgegeben wurden. Die Schätze der enormen Wikingerschiffgräber von Oseberg, Tune und Gokstad ausgestellt im Wikingerschiff-Museum auf Bygdøy in Oslo sind ein Paradebeispiel dafür, was unter günstigen Umständen an Material für die Nachzeit erhalten bleiben kann. Wir wissen nicht, wer die Toten sind, aber der Pracht nach zu urteilen müssen sie Standespersonen gewesen sein. Vielleicht waren sie sogar Mitglieder der königlichen Familie, unter der Norwegen später eine geeinte Nation wurde.

Die Gräber von Oseberg, Gokstad und Tune hat man kürzlich anhand einer Analyse der Jahresringe im Eichenholz datieren können. Das Osebergschiff wurde um etwa 815-820 n.Chr. gebaut, und die Beisetzung kann aufs Jahr genau datiert werden, nämlich 834. Die Schiffe von Gokstad und Tune wurden in den 890er Jahren gebaut und unmittelbar nach 900 in die Erde versenkt. In diesen drei Gräbern dienten große Schiffe als Grabraum. Vom Tuneschiff ist nur der Boden erhalten, und Plünderer haben fast alle Ausstattung geraubt. An dem, was übrig ist, können wir dennoch erkennen, dass das Schiff ursprünglich von der gleichen guten Qualität war wie die beiden anderen. Das Tuneschiff ist etwa 20 m lang gewesen; das Osebergschiff ist ungefähr 22 m lang und das Gokstadschiff etwa 24 m.

Zur Beisetzung wurde das Schiff an Land gezogen und in eine in die Erde gegrabene Grube hinuntergelassen. Hinter den Mast wurde eine Grabkammer gebaut, und hier wurde der Tote in seinen besten Kleidern in ein Bett gelegt. Reichliche Vorräte wurden an Bord gebracht, Pferde und Hunde wurden geopfert, und dann wurde ein großer Grabhügel über dem Schiff aufgetürmt. Ein Araber traf Ende des 9. Jahrhunderts auf einer Reise nach Russland zufällig eine Gruppe von Wikingern, die im Begriff waren, in der erwähnten Weise einen Häuptling zu bestatten. Ibn Fadlan schrieb nieder, was er sah, und diese Aufzeichnungen sind erhalten geblieben. Das Schiff des toten Häuptlings wurde an Land gezogen, und zahlreiche Kostbarkeiten wurden an Bord gebracht. Nachdem man dem Toten seine besten Kleider angelegt hatte, wurde er an Bord in ein Bett gelegt. Eine Sklavin, die sich entschieden hatte, ihm in den Tod zu folgen, wurde zusammen mit Pferd und Jagdhund geopfert. Das Schiff samt Inhalt wurde verbrannt, und über den überresten wurde ein großer Grabhügel errichtet. Funde von verbrannten Schiffsgräbern haben wir in den norwegischen Ländern sowie in westeuropäischen Wikingergegenden; die großen Gräber im Gebiet des Oslofjords wurden nicht in Brand gesteckt. Im Gokstadschiff wurde ein Mann gefunden, und höchstwahrscheinlich hat es auch im Tuneschiff ein Männergrab gegeben, während im Osebergschiff zwei Frauen bestattet waren. Die Skelette lassen darauf schließen, dass die eine Frau zwischen 50 und 60 Jahre alt war und die andere zwischen 20 und 30 Jahre. Wir werden nie wissen, welche von ihnen die Hauptperson und welche die Begleiterin war.

Sowohl das Oseberg- als auch das Gokstadgrab haben Besuch von Grabschändern gehabt; Schmuck und Luxuswaffen, die es ursprünglich in diesen Gräbern gegeben haben muss, sind verschwunden. Gegenstände aus Holz, Leder und Textil, an denen die Grabschänder nicht interessiert waren, sind demgegenüber bis in unsere Tage erhalten. An anderen Orten haben wir überreste von ähnlichen Schiffsgräbern, und es scheint Brauch gewesen zu sein, geopferte Hunde und Pferde mitzugeben sowie feine Waffen, ein gut Teil Schiffsausrüstung wie etwa Ruder und Landungsplanken, außerdem Schöpfkellen und Kochtöpfe für die Schiffsbesatzung, Landzelte und häufig importierte schöne Bronzegefäße, die ursprünglich sicher Essen und Trinken für den Toten enthalten haben. Im Oseberggrab gab es keine Spuren von Waffen, was verständlich ist, da es sich um ein Frauengrab handelt. Alle übrige Ausstattung war jedoch vorhanden. Außerdem wurden der toten Hauptperson Gegenstände mitgegeben, die ihre Würde als Verwalterin und Hausfrau auf einem großen Hof symbolisieren. Es ist anzunehmen, dass die Frauen die Verantwortung für den landwirtschaftlichen Betrieb hatten, während die Männer auf Wikingerzug waren. Die Hausfrau auf Oseberg war sicher wie viele andere ihrer Mitschwestern eine sehr bestimmte und höchst geachtete Dame, ob sie nun gemeinsam mit anderen Frauen am Spinnrad oder Webstuhl saß oder die Aufsicht über die Landarbeit oder die Herstellung von Milch, Käse und Butter hatte.

Außer dem Schiff wurden ihr ein Wagen und drei Schlitten mitgegeben. Ob sie ihre Reise ins Totenreich zu Land oder zu Wasser antrat Hauptsache war, daß es standesgemäß geschah. Genug Pferde waren geopfert worden, um sowohl vor die Schlitten als auch den Wagen gespannt zu werden.

Ein Zelt und Kochutensilien, Werkzeuge zur Herstellung von Textilien, Truhen und Schreine, Tröge, Milcheimer und Kellen, Tranchiermesser und Bratpfanne, Spaten und Hacken, Sättel, Hundeketten und vieles andere wurde in dem Grab gefunden. Proviant auf der Reise ins Totenreich waren zwei geschlachtete Ochsen; ein Roggenbrotteig war in einem großen Backtrog angesetzt, und in einem schön verzierten Eimer lagen Wildäpfel für den Nachtisch.

Viele Holzgegenstände sind mit reichen Schnitzereien verziert. Der Hof scheint viele Künstler beschäftigt zu haben. Sogar einfache Gebrauchsgegenstände wie etwa die Deichseln der Schlitten sind mit schönen Schnitzereien übersät. Die wesentlichsten Kenntnisse über die Kunst der Wikingerzeit vermitteln uns außer dem Osebergfund Schmuckstücke kleineren Formats aus Metall. Die Motivwahl ist die gleiche wie die für Holzschnitzereien. Die Künstler interessierten sich hauptsächlich für Tierfiguren. Es handelt sich um Fabeltiere, die sich winden und sich zu einem dichten, wirren Muster verflechten. Die Technik ist hochentwickelt; das heißt, die Holzschneider der Oseberg-Königin haben Holzschneideeisen und Schnitzmesser genauso sicher geschwungen wie ihr Schwert.

Auch dem Mann im Gokstadschiff hat ein begabter Holzschnitzer zur Verfügung gestanden, obgleich dieser Fund nicht so reich an geschnitzten Gegenständen ist wie der Osebergfund. Das Osebergschiff hat einen niedrigen Freibord und ist nicht so seetüchtig wie die Schiffe Gokstad und Tune. Nordseereisen werden ihm wohl trotzdem gelungen sein, und es mag ein typisches Schiff für die Wikingerangriffe um 800 n. Chr. gewesen sein. Eine Kopie des Osebergschiffes stellt unter Beweis, dass es zwar schnell segeln konnte, dass es aber nur schwer zu beherrschen war. Sowohl Oseberg- als auch Gokstad- und Tuneschiff waren höchstwahrscheinlich private Reiseschiffe von Standespersonen und eigentlich keine Langschiffe zur Beförderung von Kriegern. Das Gokstadschiff war sehr seetüchtig und besser als das Osebergschiff. Das haben Kopien bewiesen, die über den Atlantik gesegelt sind. Dank der Form seines Rumpfes ist das Schiff sowohl unter Segeln als auch mit 32 Männern an den Rudern ein schnelles Schiff gewesen. Selbst bei vollzähliger Mannschaft ragt das Schiff nur etwa einen Meter tief ins Wasser. Somit eignete es sich gut für rasche Angriffe auf fremde Küsten. Möglicherweise haben die Erfahrungen, die die Wikinger im frühen 9. Jahrhundert auf ihren zahlreichen Seereisen gesammelt hatten, eine rapide Weiterentwicklung des Schiffskörpers bewirkt. Wenn das stimmt, könnte der Unterschied zwischen dem Osebergschiff und dem Gokstadschiff das Ergebnis der Erfahrungen aus drei Generationen Nordsee-Schiffahrt und stundenlanger Diskussionen zwischen Schiffbauern sein, die Verbesserungen anstrebten.



Das Christentum übernimmt

Um das Jahr 1000 ebben die Wikingerzüge ab. Die Wikinger waren Christen geworden, und der Religionswechsel hatte sicherlich eine dämpfende Wirkung auf ihren Drang zu plündern. Dänemark, Schweden und Norwegen waren selbständige Monarchien geworden. Das Dasein war selbst in christlichen Königreichen nicht immer von Frieden geprägt; ob Krieg geführt werden sollte oder nicht, hing von den wechselnden Bündnissen der Könige ab. So konnte ein Land zwar einen Krieg beginnen; die Zeit der privaten Kämpfe und auch die der Kolonisierung war jedoch vorbei. Die in der Wikingerzeit geknüpften Handelsbeziehungen blieben bestehen; die nordischen Länder waren jetzt allerdings Teil eines geeinten christlichen Europas.


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Die nordische Mythologie

Der Weg nach Norden Norway, Norwegen, Norge wurde immer als schwer zu finden betrachtet, beschwerlich zu gehen und gepflastert mit unsäglichen Gefahren. Für die Schriftsteller der Antike war Norwegen ein Märchenland Ultima Thule, bevölkert von wilden Barbaren und voll von merkwürdigen und phantastischen Wesen.


Am Anfang waren Kälte und Hitze

Der Grieche Pytheas erzählt (im 4. Jahrhundert v.Chr.) von einem Ort, an dem die Naturgesetze nicht zu gelten scheinen, wo Erde und Wasser sich vermischen, und wo alles frei herumzuschweben scheint. Und der berühmte Historiker Herodot klagt, es sei eigentlich gänzlich unmöglich, irgendetwas von diesen nördlichen Gegenden zu beschreiben, weil man ganz einfach seine Hand nicht vor Augen sehe. Das liege an all den weißen Federn, die einem ununterbrochen ins Gesicht flögen, sagt er; die Luft sei voll von solchen weißen Federn, und sie lägen wie ein dichter Teppich auf dem Erdboden. Vermutlich müssen wir diese Aussage als den ein wenig missglückten Versuch eines Südländers deuten, einen Schneesturm zu schildern... Es stimmt jedoch: Norwegen hat immer schon mehr als genug Eis und Schnee gehabt. Ein großer Teil des Landes liegt nördlich des Polarkreises. Und obwohl sich das Eis schon vor langer Zeit aus unseren Gegenden zurückgezogen hat, dauerte die Eiszeit in Norwegen länger als an den meisten anderen Orten der Welt.

Auch das sogenannte "Heidentum" hielt sich hier im Norden länger als andernorts. Während das übrige Europa bereits seit tausend Jahren christianisiert war, beteten wir hier oben weiterhin unsere alten "heidnischen" Götter an.

Wikinger wurden sie genannt, die alten Norweger, die um das Jahr 1000 Europas Küsten unsicher machten und Schrecken und Grauen bis nach London und Paris und weit ins Mittelmeergebiet verbreiteten, die wilden und gnadenlosen "Barbaren", die nicht gerade einen großen Bogen machten, um Kirchen und Klöster zu plündern... War ihnen denn nichts heilig? Was glaubten sie selbst, diese blonden Seeräuber?
In diesem kurzen Artikel wird versucht, einen Umriß von der alten nordischen Mythologie zu zeichnen so wie wir sie aus der Lieder-Edda kennen der mächtigen Götterdichtung, die vor tausend Jahren entstand (niemand weiß, von wem), und die in isländischen Pergamenthandschriften aus dem 13. Jahrhundert erhalten ist.


Haben diese alten Erzählungen auch für uns heute noch Bedeutung?

Mythen und Märchen werden nie inaktuell. Sie handeln nämlich nicht nur von "damals" und "zu der Zeit". Genauso gut können sie von "jedes Mal" und "zu allen Zeiten" berichten. Und die nordische Mythologie gehört - meiner Meinung nach - ganz einfach zu den spannendsten, originalsten und den am stärksten zum Nachdenken zwingenden Versuchen, die es überhaupt gibt, unsere innere und äußere Wirklichkeit zu beschreiben mit Worten und poetischen Bildern Leben und Dasein einzufangen.


Wie entstand die Welt?

Am Anfang waren Kälte und Hitze. Auf der einen Seite die Gegend Niflheim (Nebelheim) mit Frost und Nebel. Auf der anderen Seite Muspellsheim, ein Meer von lodernden Flammen. Zwischen ihnen war nichts. Nur eine große, gähnende Schlucht, Ginnungagap. Hier in dieser gewaltigen Leere mitten zwischen Licht und Dunkel sollte alles Leben seinen Anfang nehmen. In der Begegnung zwischen Eis und Feuer... Denn langsam begann der Schnee zu schmelzen, und geformt von der Kälte, aber von der Hitze zum Leben erweckt, entstand ein seltsames Wesen der Frostriese Ymir. Ein größerer Riese hat nie gelebt.

Da, wo das Eis schmolz, formten die Tropfen auch ein anderes Wesen eins mit Euter und Hörnern, eine riesige Kuh. Sie hieß Audhumla. Ihre überreichliche Milch floß in mächtigen Strömen aus ihren gewaltigen Zitzen. Auf diese Weise fand Ymir Nahrung. Aber wovon nährte sich die Kuh? Sie beleckte die in ihrer und des Riesen Umgebung umherliegenden Eisblöcke, die salzig waren. Dann aber geschah etwas Merkwürdiges: Als sie die Blöcke beleckte, kam aus einem von ihnen plötzlich langes Menschenhaar hervor! Am nächsten Tag kamen ein Kopf mit einem Gesicht hervor! Und am dritten Tag legte sie beim Lecken den ganzen Körper frei... Es war ein Mann. Er war hochgewachsen und schön. Buri war sein Name - und von ihm stammen die Götter ab, die wir Asen nennen.

Der Riese Ymir bekam Kinder mit sich selbst. Als er schlief, fing er an zu schwitzen... und da wuchs ihm unter seinem linken Arm Mann und Weib. Ymirs Beine wollten seinen Armen offensichtlich in nichts nachstehen... seine Füße paarten sich, und ein Sohn mit sechs Köpfen wurde geboren. Das ist der Ursprung der Geschlechter der Hrimthursen, die wir Trolle und Riesen nennen können, die wir jedoch auch unter dem Namen Jöten kennen.

Den verschiedenen Geschöpfen muss es lange gelungen sein, in Frieden miteinander zu leben. Sie bekamen jedenfalls Kinder miteinander... Odin er, der später aller Götter Oberhaupt wurde, ist der Sohn der Riesen-Tochter Bestla und von Bur, dem Sohn von Buri. Es wimmelt sozusagen von Jöten. Und eines Tages üben Odin und seine Brüder Wili und We den Aufstand gegen Ymir und sein Geschlecht. Es kommt zu einem schweren Kampf; Odin und seine Brüder aber siegen. Sie töten Ymir und aus seinen Wunden ergießen sich Ströme von Blut über die Feinde der Asen, in denen sie nahezu alle ertrinken... alle, bis auf zwei. Von diesem Riesen-Paar, das in die Nebelwelt flüchtet und sich dort versteckt, stammen alle späteren Hrimthursen-Geschlechter ab... Auch Audhumla die erste Kuh muß über die Kante in den Abgrund hinuntergespült worden sein, denn nach diesem Blutbad hat nie wieder jemand von ihr gehört oder sie gar gesehen...

Die Asen schleppen den toten Ymir bis in die Mitte der Schlucht Ginnungagap in die große Leere. Dort legen sie ihn wie einen Deckel über den Abgrund.
Hier erschaffen sie die Welt - aus der Leiche des Riesen.
Sein Blut wird zum Meer. Sein Fleisch zur Erde. Seine Gebeine werden zu Gebirgen und Klippen. Die Zähne und zersplitterte Knochenreste werden zu Steinen und Geröll. Die Haare zu Bäumen und Gras. Sein Gehirn werfen die Götter hoch in die Luft. Auf diese Weise entstehen die Wolken. Und der Himmel? Er entsteht aus seiner Schädeldecke..., die sie wie ein Gewölbe, eine Kuppel über alles Erschaffene stülpen. Danach fangen die Götter Funken aus dem heißen Muspellsheim ein und setzen sie an den Himmel. Dort hängen sie jetzt und funkeln. Auf der Innenseite dessen, was einst des Riesen Ymir Schädel war... So wurden die Sterne erschaffen.

Aus Ymirs Leiche kriechen kleine Würmer. Sie sind der Ursprung der Zwerge, der Unterirdischen, die in Grotten und Höhlen leben. Die Asen wählen vier von ihnen, die das Himmelsgewölbe tragen, die vier Ecken der Welt bewachen sollen. Diese Zwerge heißen: Osten, Westen, Norden und Süden.
So bekommt alles Ziel und Sinn.



Wie wurde der Mensch erschaffen?

Als Odin und seine Brüder Wili und We einmal am Meeresstrand entlanggehen, finden sie zwei an Land gespülte Baumstämme.
Sie nehmen die Stämme und schaffen Menschen daraus.
Odin ist es, der ihnen Leben einhaucht, so dass sie selbst atmen und leben können. Wili gibt ihnen Verstand und Bewegung. We gibt ihnen Antlitz, Sprache, Gehör und Gesicht. Sie geben ihnen Wärme und Farbe.
Jetzt sind die Stämme kein Treibholz mehr; sie sind Mann und Frau.
Die Asen geben dem Mann den Namen Ask ("Esche") und der Frau den Namen Embla (vielleicht "Ulme" oder "Rebe"). Von ihnen stammen alle Menschen ab.

Wie entstand die Zeit?

Am Anfang gab es keine Zeit. Alles steht seltsam still.
Aber die Asen geben der Riesen-Frau Nacht und ihrem Sohn Tag jeweils ein Pferd und einen Wagen - und setzen sie an den Himmel, so dass sie jeden Tag und jede Nacht um die Welt fahren können. Nacht fährt vorweg. Ihr Pferd heißt Rimfakse. Es hat Rauhreif in der Mähne, und der Tau, der sich jeden Morgen auf Felder und Wiesen senkt, sind Schaumtropfen aus seinem Zaumzeug. Hinter ihr fährt ihr Sohn Tag. Sein Pferd heißt Skinfakse, denn aus der Mähne des Pferdes strahlt und leuchtet es... Auch die Sonne ist jetzt erschaffen aus Funken aus Muspellsheim, und der Mond hat seine richtige Bahn bekommen. Auch ihnen hat man je ihren Himmelswagen gegeben. Zwei Kinder haben die Aufgabe, darauf zu achten, dass Sonne und Mond nicht von ihren Wagen fallen und die schnellen Pferde zu lenken. Und hier ist Tempo die Devise! Zwei riesige Wölfe sind ihnen ständig auf den Fersen; sie schnappen nach der Sonne, dem Mond und wollen sie verschlingen! Irgendwann ... irgendwann einmal wird es ihnen vielleicht gelingen...
Man sagt, die Welt ist rund?
Sie ist rund - aber nicht wie ein Apfel oder ein Ball. Die Welt hat die Form eines Kreises... eine dünne, flache Scheibe, wie abgeschnitten vom Ende eines Stücks Holz.



Wo in der Welt wohnen die Asen - und wo wohnen wir?

Am Anfang war alles Urwald und Einöde. Aber die Asen glichen Pionieren. Sie schufen Lebensraum für sich selbst und uns. Midgard nannten sie die Wohnstätte der Menschen, da sie mitten in der Welt liegt. Und im Zentrum von Midgard bauten die Götter damit die Menschen sich nicht allein und verlassen fühlen sollten für sich selbst einen gewaltigen Wohnsitz: Asgard eine mächtige Götterburg, beschützt von dicken Mauern. Um dorthin zu gelangen, muss man über den Regenbogen reiten eine Brücke aus loderndem Feuer. Auch um Midgard herum wurde ein Schutzwall angelegt - denn draußen, im Wilden und Unbekannten, herrschen Dunkelheit und unheimliche Kräfte. Hier in Utgard und Riesenheim (Jötunheim) wohnen Riesen (Jöten) und Trolle. So hat alles seine Ordnung wie die Jahresringe eines Baums. Und ganz weit draußen an allen Kanten wogt das große Weltmeer.



Aber gibt es nicht auch Zwerge und Elfen auf der Welt?

Und ob! Aber auch Zwerge und Elfen haben ihre Wohnstätte. Die Zwerge hausen gewöhnlich in Felswänden und zwischen Felsblöcken, häufig auch im Innern der Erde. An versteckten Orten in Midgard und Utgard. Sie sind tüchtige Schmiede, wobei man ihnen jedoch nie ganz trauen kann... Die Elfen demgegenüber sind sowohl Göttern als Menschen freundlich gesinnt. Alfenheim wird ihr Land genannt. Einige meinen, Alfenheim liege innerhalb der Mauern von Asgard; andere meinen, es sei in Midgard zu finden. über Zwerge und Elfen herrscht große Unsicherheit. Einige meinen sogar, sie gehören zu ein und demselben Geschlecht und sollten "Lichtalfen" und "Schwarzalfen" genannt werden. Einst gab es noch ein anderes Göttergeschlecht als die Asen Wanen wurden sie genannt. Sie wohnten in Wanaheim. Ihre Burg aber wurde dem Erdboden gleichgemacht, und kein Mensch weiß heute mehr, wo dieser Ort liegt...



Hat die Welt ein Zentrum?

Mitten in Midgard liegt Asgard - und mitten in Asgard haben die Götter einen "Hofbaum" gepflanzt, eine riesige Esche, genannt Yggdrasil. Eine ihrer Wurzeln liegt in Asgard, eine weitere in Riesenheim und eine dritte in Niflheim. Ihre Zweige ragen so weit, dass sie die ganze Welt überschatten. Yggdrasil ist das Zentrum der Welt und solange der Baum grün ist und fruchtbar und neue Triebe trägt so lange wird die Welt bestehen.



Wer kennt das Schicksal; wer kann Kommendes voraussehen?

In unmittelbarer Nähe einer Quelle in Asgard leben drei Schicksalsgöttinnen - Urd, Werdandi und Skuld. Sie werden Nornen genannt. Die Nornen kennen das Schicksal eines jeden lebenden Wesens, und sie wissen, wie es einem jeden ergehen wird. Manche meinen, es gebe mehr Nornen als diese, unter Elfen und Zwergen. Auch unter den Menschen gebe es Frauen, die mehr sehen als andere. Eine solche Seherin oder Sibylle wird Wölva genannt. Der Name bedeutet "Stabträgerin". Ihr Stab ist Symbol für ihre übernatürlichen Kräfte. In Trance kann sie mit der Geisterwelt Verbindung aufnehmen. Sie kennt zahlreiche wirkungsvolle Zauberlieder.



Wie heißen die wichtigsten Götter?

Odin ist der wichtigste unter den Asen. Er ist weise und des Zauberns mächtig; er ist der König der Götter. Der Mittwoch ist sein Tag (norw. onsdag - Odins Tag). Seine Frau heißt Frigg, und ihr Tag ist der Freitag (norw. fredag - Friggs Tag). Sein Pferd heißt Sleipnir. Es hat acht Beine. Odin besitzt zwei Raben - Huginn und Muninn. Jeden Morgen fliegen sie über die Welt, um zu sehen und zu hören, und am Abend kommen sie heim, um Odin alle Neuigkeiten zuzutragen. Sein Speer heißt Gungnir; er trifft jedes Ziel. Von Odins Ring - Draupnir (Träufler) - tropfen jede neunte Nacht acht gleich prachtvolle Ringe ab. Odin hat nur ein Auge, das zweite verpfändete er einst in seiner Jugend an den Riesen Mimir, um aus der wunderbaren Quelle der Weisheit trinken zu dürfen, die Mimir bewachte. (Bei einer späteren Gelegenheit wurde Mimir enthauptet; Odin aber fand das blutige Haupt des Riesen und salbte es mit heilenden Kräutern. Die Augen öffneten sich sofort, und der Mund konnte wieder Worte formen. Seitdem war Mimirs Kopf einer der besten Berater Odins...)

Odins Sohn Thor ist der zweit mächtigste der Götter. Der Donnerstag (norw. torsdag Thors Tag) ist sein Tag. Thor ist stark und hitzig - und geht nie der Möglichkeit aus dem Weg, mit Riesen oder Trollen einen Kampf auszufechten. Obwohl Tyr (norw. tirsdag Tyrs Tag) ihn vielleicht an Mut übertrifft, gibt es auf der ganzen Welt niemanden, der so stark wäre wie Thor. Und sein Hammer Mjöllnir ist die gefährlichste Waffe im Himmel und auf Erden. Thor kann ihn so klein oder so groß machen, wie es ihm gefällt. Wirft er den Hammer, trifft dieser alles, was der Gott anvisiert und kehrt immer in seine Hand zurück. Wenn Thor sich auf Reisen begibt, spannt er Böcke statt Pferde vor seinen Wagen. Selbst wenn die Böcke am Abend geschlachtet werden, sind sie am nächsten Morgen wieder quicklebendig vorausgesetzt, man achtet genau darauf, beim Essen keinen einzigen ihrer Knochen zu brechen und alle Reste zu sammeln und sie nach Beendigung der Mahlzeit wieder fein säuberlich in ihr Fell zurückzulegen. Wenn Thors Wagen am Firmament entlang fährt, haben wir Gewitter (Thor = Donar = Donner).

Sif heißt seine Frau. Ihr Haar ist aus Gold, und von allen Asinnen, den nordischen Göttinnen, ist es nur die Liebesgöttin Freyja, die schöner ist. Sie ist es auch, die die Asen das Zaubern lehrte. Sie besitzt ein magisches Falkengewand, dank dessen sie sich jederzeit in den Raubvogel verwandeln kann; und auf Ausfahrten lässt sie ihren Wagen mit Vorliebe von einer Meute Katzen ziehen. Jeder, der in Herzensangelegenheiten Rat und Trost sucht, wendet sich an Freyja, aber sie kann nicht helfen, hat die Liebesgöttin selbst doch einen für Zeit und Ewigkeit währenden Liebeskummer! Ihr eigener Ehemann hat sie verlassen und ist seiner Wege gegangen (niemand weiß, wohin). Freyja weint oft bittere Tränen um ihn, und jedes Mal sind ihre Tränen aus reinstem Gold... Freyjas Bruder heißt Frey. Der Name bedeutet "der Herr" oder "der Vornehmste".

Er ist der Gott der Fruchtbarkeit. Eigentlich stammen sowohl er als auch Freyja aus dem Geschlecht der Wanen (das heißt, sie gehören zu den Göttern, mit denen die Asen einst am Anfang aller Zeiten um die Weltherrschaft kämpften). Das Geschwisterpaar kam ursprünglich, zusammen mit seinem alten Vater, als Geiseln zu den Asen... Frey besitzt den phantastischen Eber mit den goldenen Borsten, Gullinborsti - das Schwein, das sich zu Lande, zu Waßer und in der Luft gleich gut bewegen kann! Und er besitzt das magische Schiff Skidbladnir, das immer nur in achterlichem Wind segelt und das man nach Verwendung wie ein Tischtuch zusammenfalten und in einen Beutel stecken kann. Bei den Göttern in Asgard gibt es zahlreiche andere herrliche Schätze; am kostbarsten sind die magischen äpfel, die die Göttin Idun hütet - die äpfel der ewigen Jugend, von denen die Götter hin und wieder ein Stück essen müssen, um nicht alt und gebrechlich zu werden.

Odin hat viele Söhne. Es hat keinen Sinn, sie alle zu nennen. An Heimdall kommen wir jedoch nicht vorbei. Er wurde vor Urzeiten auf wunderbare Weise von neun (!) Riesen-Mädchen geboren und ist der Wächter der Götter. Er wohnt am Himmelsberg und bewacht die nach Asgard führende Regenbogenbrücke Bifröst. Heimdall braucht weniger Schlaf als ein Vogel; er sieht nachts ebenso gut wie am Tage und kann das Gras wachsen hören... Heimdall besitzt das Horn Gjallarhorn, in das er am letzten Tag blasen soll, um die Asen zum letzten großen Kampf gegen Trolle und dunkle Mächte zu den Waffen zu rufen.

Balder ist der Sohn von Odin und Frigg. Er ist bekannt für seine Freundlichkeit, Milde und Klugheit. Balder hat schlechte Träume und fürchtet sich davor, zu sterben; aber dank seiner Mutter die mächtigste aller Göttinnen von Asgard schwören alle belebten Wesen und unbelebten Dinge, dass sie ihm niemals etwas antun werden. In Asgard vergnügen sich die Götter nun damit, spielerisch auf Balder zu schießen, da er ja weder getötet noch verwundet werden kann. Frigg jedoch hatte vergessen, den Mistelzweig zu befragen ihrer Meinung nach war er zu klein und unansehnlich. Das kommt dem Intriganten Loki zu Ohren, und mit List stachelt er den blinden Höd dazu an, Balder zu erschießen. Die Asen senden berittene Boten ins Totenreich, damit sie um Balders Rückkehr bitten. Hel, die Königin des Totenreichs sagt, wenn die ganze Welt um Balder weine, solle er wieder lebendig werden. Und alle Dinge und alle Wesen selbst Steine und Bäume versuchen (vergeblich), den Toten ins Leben zurückzuweinen.



Wer sind Götter und dabei Feinde der Menschen?

Man kann sie Hrimthursen oder Trolle und Riesen (Jöten) nennen. Sie wohnen in Utgard und Riesenheim (Jötunheim) - in der Einöde und im rauen Gebirge. Sie sind die Chaoskräfte, häufig große und starke Kerle. Der einzige unter den Asen, der ihnen wirklich gewachsen ist, ist der Donnergott Thor. Die Riesen aber sind wie niemand sonst der Zauberkünste mächtig. Einmal zum Beispiel schufen sie aus Lehm einen mächtigen Raufbold ein künstliches lebendes Wesen mit furchterregendem Aussehen neunzig Meilen groß und mit dreißig Meilen Brustumfang! Die Jötun-Frauen werden Riesinnen genannt. Ihre Reittiere sind Wölfe, deren Zaumzeug aus Kreuzottern besteht. Sie können hässlich sein wie die Nacht und echte Monstren, aber sie können auch unglaublich schön sein... und so herrlich, dass selbst Odin sich mehr als einmal zur Brautwerbung und wilden Liebesabenteuern hat verlocken lassen.



Eigentlich aber sind wohl Loki und seine Kinder weit gefährlicher?

Loki ist der Unruhestifter und Intrigant. Ursprünglich ein Riese, hat er jedoch in jungen Jahren sein Blut mit dem Odins vermischt und wurde deshalb in den Kreis der Asen aufgenommen.

Loki ist ein Spaßvogel, mit dem es am Ende jedoch aus und vorbei ist. Er verrät die Asen und ist die Ursache für Balders Tod. Dafür wird er bestraft, indem er gefesselt wird - mit einer Schlange über sich, die giftigen und ätzenden Eiter auf sein Gesicht tröpfelt. Seine Frau Sigyn demgegenüber ist treu. Geduldig steht sie neben ihm, eine große Schüssel haltend, die den tödlichen Eiter auffangen soll. Ab und zu aber muß sie sich entfernen, um die Schüssel zu leeren. Dann tropft der Eiter direkt auf Lokis Gesicht, und er schüttelt den Kopf so stark, dass die ganze Erde bebt. Das ist es, was man Erdbeben nennt. Loki hat Kinder in Asgard. Außerdem aber hat er andere und dabei seltsamere Sprößlinge. Mit der Riesin Angrboda ist er Vater des Fenriswolfs, der Midgardschlange Jörmundgand und der Hel, der Göttin des Totenreichs. Und mit dem Hengst Swadilfari wurde er Mutter (!) des Pferdes Sleipnir.

Der Fenriswolf ist ein regelrechtes Monstrum von einem Wolf. Er wuchs in Asgard auf, wurde aber sehr bald riesengroß, wild und wahnsinnig, so dass nur der Gott Tyr es wagte, ihm Futter zu geben. Den Asen gelang es, die Zwerge zu beauftragen, gleichsam in Maßarbeit eine Fessel herzustellen, wobei sechs Bestandteile Verwendung finden sollten: der Schall des Katzentritts, der Bart der Frauen, die Wurzeln der Berge, die Sehnen der Bären, der Atem der Fische und der Speichel der Vögel (deshalb haben die Katzentritte keinen Schall mehr, die Frauen keinen Bart usw.).

Und mit List gelang es ihnen, den Wolf so fest zu fesseln, dass er sich kaum rühren konnte, und es wurde ihm ein Schwert in den Rachen geklemmt, so dass er nur bewegungslos dasteht mit weit geöffnetem Rachen, ohne zubeißen zu können. Erst am Weltenende wird er sich endlich losreißen...

Das zweite Kind, das Loki mit der Riesen-Frau Angrboda bekam, war eine Schlange. Die Asen warfen sie ins Meer, wo sie mit der Zeit so unbeschreiblich groß wurde, dass man sie von da an Midgardschlange nannte da sie die ganze Menschenwelt umgibt und sich selbst in den Schwanz beißt.

Dennoch fragt es sich, ob nicht das letzte der drei Kinder von Loki und Angrboda Asen und Menschen den größten Kummer bereitet hat. Es handelt sich um ein unheimliches Mädchen halb weiß, halb blauschwarz. Sie wurde aus Asgard verwiesen und ließ sich hoch im Norden nieder. Hier schuf sie ein unterirdisches Totenreich eine graue, kalte, feuchte Welt. Hel heißt sie, und Hel ist auch der Name ihres Königinnen/Totenreichs. Nach Hel kommen alle, die an Krankheit oder Altersschwäche sterben. Hier "leben" sie ein geborgenes "Schattendasein". Die Todeskönigin selbst erinnert an einen Kadaver, und all ihr Hab und Gut trägt Namen, die an das kalte "Leben" im Grab denken lassen. Wenn man in alten Zeiten meinte, "Wiedergänger" gingen um, hieß es häufig: "Die Pforte zur Hel (Hölle) ist offen." Am letzten Tag werden Hel und ihr Heer von Toten gegen die Asen kämpfen.


Können wir nach dem Tod auch an andere Orte kommen?
Diejenigen, die sich auf dem Schlachtfeld tapfer schlagen, kommen nach dem Tod zu Odin oder Freyja. Walküren oder "Kampfjungfrauen" werden die mit Brünnen bekleideten Frauen genannt, die der Götterkönig entsendet, um solche gefallenen Helden zu holen. Die Walküren sind bewaffnet und können durch die Luft reiten. In Asgard teilen Odin und Freyja den Kriegerhaufen unter sich auf. Die eine Hälfte kommt zu Odin nach Walhall und die andere Hälfte zu Freyja nach Volkwang.

Vom Leben in Volkwang wissen wir nicht viel. über das Dasein in Walhall aber gibt es viele Berichte. Auf dem Festungswall dieser riesigen "Soldatenkaserne" dürfen die Helden sich den ganzen Tag lang nach Lust und Laune schlagen, und es spielt keine Rolle, ob sie einen Arm oder zwei verlieren, denn am Abend erheben sie sich wieder unversehrt und im Besitz aller ihrer Glieder. Als Freunde und in gütlichem Einvernehmen ziehen sie in den mächtigen Festsaal ein, wo schöne Walküren ihnen Met einschenken und gekochtes Schwein servieren. Und das Schwein selbst, das sie verzehren, ist ziemlich einmalig. Sährimnir heißt es. Jeden Tag wird es geschlachtet und verspeist, aber am Abend ist es wieder quicklebendig.

Am letzten Tag wird Odin Asen und tote Helden in den letzten großen Kampf gegen Riesen und Mächte der Finsternis führen. Er selbst wird gegen den Fenriswolf kämpfen und die Bestie wird ihn verschlingen. So die Weissagung.



Können Götter sterben?

Ja, Götter können sterben.


Wie wird die Welt enden?

Gegen Ende der Zeit werden Mangel und Unfrieden herrschen. Diese Zeit nennt sich Ragnarok oder "Weltuntergang" - das heißt, "die Zeit, in der sich alle Mächte auflösen". Brüder fallen einander in den Rücken, und der Sohn verschont seinen eigenen Vater nicht. Danach werden drei Jahre kommen, die nur ein einziger langer Winter sind, genannt Fimbul. Gebirge stürzen ein, und alle Fesseln werden reißen. Anschließend werden Himmel-Wölfe Sonne und Mond verschlingen. Dabei wird auch der Fenriswolf endlich loskommen. Er wird mit weit aufgesperrtem Rachen durch die ganze Welt laufen.

Dabei berührt sein Unterkiefer die Erde, sein Oberkiefer den Himmel. In seinen Augen brennt Feuer, und aus seinen Nasenlöchern züngeln Flammen. Auch Loki wird freikommen. Er wird ein unheimliches Schiff auftakeln Naglfar, das Schiff, das aus den ungeschnittenen Nägeln toter Menschen gebaut ist. Mit zerfetzten Segeln und einer Besatzung aus verwesten Leichen wird Loki mit diesem Schiff das Totenreich seiner Tochter verlassen...

Und die Midgardschlange wird sich aufs Land wälzen. Sie wird sich über Felder und Wiesen vorwertsschlängeln. Im Süden birst der Himmel. Und aus dem Land dahinter dem unbekannten und bedrohlichen Muspellsheim, dem Feuerland, das lange bevor Odin und seine Brüder die Welt erschufen existierte kommt ein gewaltiges Heer von glänzenden Reitern. Sie tragen Flammenschwerter in ihren Händen. überall da, wo sie heranstürmen, wird alles in Brand gesetzt. Und die große Regenbogenbrücke stürzt ein unter ihrem Gewicht... An der Stelle, die Wigrid-Wall heißt (hundert Meilen breit und hundert Meilen lang) wird die letzte entscheidende und blutige Schlacht stattfinden. Odin wird vom Fenriswolf verschlungen.

Thor und die Midgardschlange bringen einander um. Heimdall und Loki ebenso. Die ganze Welt brennt. Selbst Yggdrasil der große Weltenbaum steht in Flammen. Wenn der Feuersturm sich ausgetobt hat, ist die ganze Welt eine qualmende Brandstätte. Die verbrannten Reste versinken im Meer und verschwinden.



Und das ist das Ende?

Nein. Aus dem Meer wird sich eine neue Erde erheben, grün und wunderbar. Fruchtbar wie ein Traum. Mit Feldern, die ungesät Früchte tragen. Mit Fisch und Wild im überfluss. Niemand soll mehr hungern. Denn siehe! Die Sonne hat eine Tochter geboren. Alles übel hat ein Ende genommen! Die Erde ist reingewaschen. Ein neues Leben kann beginnen! Asgard ist verschwunden. Die alte Götterburg ist dem Erdboden gleichgemacht. Trotzdem versuchen sie, hierher zurückzukommen die Asen, die im letzten großen Kampf nicht fielen...

Es gibt also überlebende?

Die Zufälligen diejenigen, die die Erde erben sollen.



Gibt es auch Menschen unter ihnen?

Ein einziges Menschenpaar hat überlebt. Sie heißen Liv und Livtrase. Sie suchten Zuflucht an einem Ort, an dem der Feuersturm vorbeiraste, ohne sie aufzuspüren. Und das Meer gab sie lebend zurück. Lange Zeit hatten sie sich nur vom Morgentau genährt. Von diesen beiden wird ein neues Menschengeschlecht kommen...



Es gibt also Hoffnung - trotz allem?

Die Mythen sagen uns, dass es immer Hoffnung gibt.
Ein Text von Tor Åge Bringsværd


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Legendäre Wikinger

Hier stellen wir einige besondere Persönlichkeiten unter den Wikingern vergangener Tage vor, die ihre und unsere Welt geprägt haben, wie niemand sonst zu ihrer Zeit. Einige dieser Männer haben Europa bis heute ihren Stempel aufgedrückt...

Eirìk (Erik) der Rote

Erik "der Rote" Thorvaldsson (altnord./isländ. Eiríkr rauði Þorvaldsson, norweg. Eirik Raude, * um 950 in Jæren, Norwegen; † um 1003 in Brattahlíð, Grönland) war ein norwegisch/isländischer Seefahrer und Entdecker und Eroberer ("Wikinger"). Er ist bekannt als der Gründer der ersten skandinavischen Siedlung in Grönland. Norwegischer Wikinger und Entdecker Grönlands. Sein zweiter Sohn, Leif Eriksson, soll einer der ersten Europäer gewesen sein, die Nordamerika erreichten. Sein Beiname der Rote entstand aufgrund seines roten Haupt- und Barthaares und weil "Blut an seinen Händen klebte". Erik wurde in Norwegen als Sohn von Þorvaldur Ásvaldsson geboren, daher war sein eigentlicher Name Erik Þorvaldsson "der Rote" (Eiríkur rauði Þorvaldsson). Wie in den alten skandinavischen Sprachen üblich, stellen Þorvaldsson bzw. Ásvaldsson keine Nachnamen, sondern einen Vatersnamen dar.

Erik scheint ein notorischer Totschläger gewesen zu sein, der zuerst in Norwegen und dann zweimal in Island geächtet wurde. 982 musste er Island verlassen als ihm der Boden mal wieder zu heiß unter den Füßen wurde. Da er auch in Norwegen geächtet war und Irland nach der verlorenen Schlacht von Tara ebenfalls kein lohnendes Ziel für Skandinavier war beschloss er das Land zu erforschen, das Gunnbjörn Úlf Krakasson 50 Jahre zuvor gesichtet hatte.

Erik erreichte die Insel und nannte sie Grönland (Grünland). 986 begann er, sie zu kolonisieren. Da die Ostküste Grönlands unter einer Eisdecke lag, umsegelte er das heutige Kap Farewell im Süden Grönlands und gründete eine Siedlung namens Brattahlid. Weitere Siedlungen entstanden beim heutigen Nuuk (Godthåb) und an der Westküste. Eine Verletzung verhinderte Eriks Teilnahme an der Erkundungsreise seines Sohnes Leif, die diesen schließlich nach Vinland an der nordamerikanischen Küste führte (um 1001).

Nach der Saga verbrachte er drei Jahre Verbannung auf Grönland, dessen Küsten er erkundete. Danach kehrte er zurück nach Island und warb Kolonisten an. Ihm wird die werbewirksame Bezeichnung Grönland (grünes Land) zugeschrieben. Mit 25 Schiffen und vielen Leuten fuhr er 985 nach Grönland. 14 Schiffe kamen an. Die Isländer gründeten zwei Siedlungen, die Eystribygð (neuisländisch: Eystrybyggð) im Süden beim heutigen Narsarsuaq und Vestribygð (neuisl.: Vestribyggð) nahe dem späteren Nuuk. In Eystribygð errichtete Erik seinen Hof Brattahlíð.

Die Siedlungen blühten und wuchsen auf über 3000 Einwohner an, da es weiteren Zuzug aus Island gab. Ein schwerer Schlag war eine Epidemie, die Neukolonisten 1002 nach Grönland brachten und der auch Erik zum Opfer fiel. Die Kolonie erholte sich jedoch und bestand bis zum 15. Jahrhundert, wenngleich der regelmäßige Schiffsverkehr mit Europa schon früher abbrach.

Soweit bekannt, hatte Erik vier Kinder: Leif Eriksson, den Entdecker Vinlands (Neufundlands), Þorvaldr Eiríksson, Þórstein Eiríksson und Freydis Eiríksdóttir.



Leif Eriksson

Leif Eriksson (um 975 bis ca. 1020), norwegischer Seefahrer, einer der ersten Europäer, die Amerika entdeckten. Er war der zweite Sohn von Erik dem Roten, der um 986 die erste europäische Siedlung in Grönland errichtete, nachdem er aus Island vertrieben worden war. Kurz vor dem Jahr 1000 fuhr Eriksson von Grönland aus, wo er mit seinem Vater lebte, in seine Heimat nach Norwegen. Dort war einer überlieferung zufolge König OlafI. verantwortlich für Leifs Bekehrung zum Christentum. Später sandte Olaf ihn zurück nach Grönland, um die dort siedelnden Wikinger zum christlichen Glauben zu bekehren. Auf seiner Fahrt in Richtung Westen verlor Leif vermutlich aufgrund eines Sturmes die Orientierung und landete zufällig an der nordamerikanischen Küste in Labrador. Vielfach gilt Eriksson daher als erster europäischer Entdecker Amerikas. Nach einer anderen Quelle wird jedoch berichtet, dass ein isländischer Händler namens Bjarni Herjólfsson als erster Europäer schon im Jahr 986 Nordamerika sichtete. Leif kaufte Bjarnis Schiff und ließ sich dessen Reiseroute beschreiben, die er später nachfuhr. Während der Segelfahrt passierte er Helluland (vielleicht die Baffin-Insel), Markland (vielleicht Labrador) und schließlich Vinland. Die genaue Identität von Vinland bleibt umstritten: Nach Meinung einiger Experten handelt es sich dabei um Neufundland, nach anderen um Nova Scotia oder sogar um Neuengland. 1963 fanden Archäologen die Ruinen einer Wikingersiedlung in L'Anse-aux-Meadows (im Norden Neufundlands), die derjenigen in Leifs Beschreibung von Vinland entspricht und etwa auf 1000 datiert wird. Bei seiner Rückreise nach Grönland stieß Leif auf ein schiffbrüchiges Handelsschiff, dessen Mannschaft er rettete; dafür erhielt er die gesamte reiche Ladung und den Spitznamen Leif der Glückliche. In Grönland angekommen, verbreitete er das Christentum unter den Siedlern. Er bekehrte u.a. seine Mutter Thjódhild, von der es heißt, sie habe die erste christliche Kirche Grönlands in Brattahlid errichtet. Seinem Bruder Thorwald lieh Leif sein Schiff zur weiteren Erforschung Vinlands. Dort wurde dieser einigen Sagen zufolge von Indianern im Winter 1004/05 getötet.

Svein Gabelbart

Bereits ab 860 haben immer wieder große norwegische und dänische Heere große Teile von Ostengland zu erobern versucht. In der Folge entstand, das fast ganz Ostengland umfassende Danelag, ein skandinavisches Königreich auf englischem Boden. 954 kam der, vorerst letzte, Wikingerkönig in England, Erik Blutaxt, in der Schlacht von Stainmoor ums Leben. Danach konzentrierten sich die Raubzüge der Wikinger mehr auf den Westen Englands anstatt das skandinavisch besiedelte Ostengland. Ab 980 verstärkten sich die Angriffe der Wikinger wieder. Besonders taten sich der Norweger Olaf Tryggvason und der Däne Svein Gabelbart hervor. Die beiden skandinavischen Herrscher spekulierten auf die Schwäche des ungeliebten englischen Königs Ethelred.

992 zahlt Ethelred in seiner Not die ungeheure Summe von 22000 Pfund Silber, und 994 noch einmal 16000 Pfund. Darauf zerbricht die skandinavische Allianz, und Tryggvason kehrt nach Norwegen zurück. Svein konzentriert seine massiven Angriffe daraufhinn auf Wessex, und erhält 1001 ein Danegild von 24000 Pfund Silber (!!!), worauf die Angriffe abebben. Im folgenden Jahren begeht Ethelred unter der skandinavischen Bevölkerung des Danelag ein Massaker. Svein überzieht England in den Jahren 1003 - 1007 mit einem beispiellosen Rachefeldzug, bis Ethelred weitere 36000 Pfund Silber zahlen muß. 1009 - 1012 folgt der nächste dänische Ansturm, der 1012 in dem Rekordlösegeld von 48000 Pfund gipfelt, und England reif für die übernahme macht. Englands Staatskassen sind vollkommen geleert, das Land ausgeblutet, Ethelred dem Volk verhasst. 1013 erhebt sich die Bevölkerung des Danelags, und Weihnachten 1013 wird Svein Gabelbart, König von Dänemark, König von England. Am 03.02.1014 stirbt er in England. Die endgültige und vollständige Unterwerfung des Landes bleibt seinem Sohn Knut 1015 vorbehalten.



Knut der Große

Knut, Sohn von Svein Gabelbart, wird nach dem Tod seines Vaters im Februar 1014 König von England. Den Thron von Dänemark muss er seinem Bruder Harald überlassen. Knut zieht mit dem dänischen Heer nach Westengland und unterwirft den letzten Wiederstand, während seine Flotte den Norden des Reiches, bis zur schottischen Grenze, sichert. Bis 1018 regiert Knut England als kluger Politiker und weiser Staatsmann. Besondere Freunde findet Knut, ein großer Förderer der christlichen Kirche, im Klerus.

1018 stirbt Harald, und Knut wird König von Dänemark. Um 1020 herum marschiert er in Norwegen ein. 1028 endlich besiegt er nach erbittertem Krieg die Norweger, und erobert Teile von Schweden. Knut der Große ist damit "Rex totius Angliae et Dennemarchiae et Norregiae et partis Suavorum", und somit der mächtigste Mann Europas und mächtigster skandinavischer Herrscher in der Geschichte. Nach seinem Tod am 12 November 1033 wurde Knut wie ein Heiliger verehrt.



Björn Eisenseite

860 überwintert Björn Eisenseite, nach einer Raubfahrt auf der Seine, auf der Insel Oissel. Karl der Kahle wagt es nicht die marodierenden Dänen selber anzugreifen und heuert für 5000 Pfund Silber den Wikinger Völundr an, der Björn, statt ihn anzugreifen, für 6000 Pfund ziehen lässt. Statt sich nach Dänemark zurück zu ziehen bricht Björn zur denkwürdigsten Wikingerraubfahrt aller Zeiten auf. Statt nach Norden zu segeln bricht er nach Süden auf.

Mit 62 Schiffen fährt er die spanische Küste hinab, und dringt in die Mündung des Guadalquivir ein, und segelt den Fluss hinauf. Er dringt bis Sevilla vor und plündert die Stadt. Danach jedoch holen sich die Dänen gegen die erbosten Mauren eine blutige Nase und segeln den Fluss wieder hinab. Als nächstes queren sie die Meerenge von Gibraltar und plündern Algeciras. Danach kehren sie Spanien und den erzürnten Mauren den Rücken und segeln nach Süden zur afrikanischen Küste, plündern und nehmen schwarze Sklaven. Dann geht's wieder nach Norden, wo Murcia verheert wird. Zur Abwechslung suchen die Dänen als nächstes die Balearen heim und plündern sie. Auf einer Insel vor der Camargue wird Winterquartier bezogen. Obwohl die Schiffe bereits überladen sind plündert Björn Südfrankreich bis Arles und Nímes, und lässt es sich nicht nehmen auch Valences einen seiner typisch blutigen Kurzbesuche abzustatten.

Im Frühling setzt er Segel und wendet sich Italien zu, wo erst einmal Pisa geplündert wird. Nächster Halt ist Luna. Den fränkischen Geschichtsschreibern zufolge, die hier wohl in Verachtung der intellektuellen Fähigkeiten der Wikinger die Wahrheit umdichteten, soll Björn die Stadt für Rom gehalten zu haben. Eine Geschichte die mittlerweile ins Legendenreich verwiesen wurde. 862 geraten die Wikinger in der Merenge von Gibraltar noch einmal mit der, damals stärksten Seemacht des Mittelmeeres, den Mauren aneinander, entkommen jedoch in den Atlantik. Auf dem Weg nach Hause wird noch eben Pamplona geplündert und niedergebrannt, bevor die, mit Reichtümern überladene, Flotte Ende des Jahres wieder die Loire erreicht. Umgeben von einer Aura des Ruhmes werden Björn und seine Männer in Dänemark wie Helden gefeiert.



Thurgeis u.a. (Krieg um Irland)

Nirgendwo sonst in Europa trafen die Wikinger bei ihren Raubzügen auf so entschlossenen Wiederstand wie in Irland. über Jahrzehnte gelang es ihnen nicht auf der grünen Insel Fuß zu fassen, und so beschränkten sie sich auf blitzartige überfälle auf die Küste. Erst 840 gelingt es Thurgeis sich einen Bürgerkrieg in Ulster zunutze zu machen und das religiöse und weltliche Zentrum Armagh im Norden der Insel zu erobern. Thurgeis errichtet ein skandinavisches Königreich in Nord und Ostirland. Als er sich jedoch zum König aller Iren ausrufen lässt, ist die irische Geduld überstrapaziert. Die Iren jagen Thurgeis vom Thron, nehmen ihn gefangen und ersäufen ihn.


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Zeittafel

Zeitraum ab 500 - 800 n.Chr.

ab 500 ca. 850 Kunststil Bora (der Vorläufer des Oseberg-Stils)
ab 750 bis ca. 840 Kunststil Oseberg
ab 780 Die Norweger lassen sich auf den Orkney-Inseln, den Shetland-Inseln und den Hebriden nieder.
793 8. Juni - Angriff auf die Abtei Lindisfarne (Northumberland).
794 Plünderung des Klosters Jarrow.
795 auf die Klöster Iona auf der heiligen Insel (schottische Westküste) und Morganwg (Südwales). Die Norweger überfielen Lambey Island nördlich von Dublin.
796 Todesjahr des König Offa aus dem Königreich Mercien.
797 Plünderung der Klöster Rechru auf Lambery Island (Irland) sowie Kintrye auf der Isle of Man.
798 Wikinger plündern das Kloster Monkwearmouth (Sunderland).
799 überfall auf das Kloster Saint Philibert auf Noirmoutier.

Zeitraum 800 - 900 n.Chr.

um 800 Entstehung der Handelsplätze Skiringssal und Birka. Es erschienen die ersten skandinavischen Münzen in Haithabu.
804 Der König Godfred überfällt vom Wasser und von Land her den Ort Sliesthorp.
808 König Godfred (Göttrik von Dänemark) dringt in das Gebiet der Abodriten vor und läßt ihren Häuptling Drosuk hinrichten. Danach zerstörte er ihre Stadt Reric.
810 König Godfred greift mit 200 (!) Schiffen Friesland an. Errichtung der Burg Itzehoe zur Sicherung der Dänengrenze. König Göttrik (Godfred) von Dänemark wird ermordet. Die Praxis der Danegeldzahlungen wird zum ersten Mal erwähnt.
811 Die Dänen treffen in Ulster auf heftigen Widerstand.
812 In Connaught und Kerry treffen die Dänen auf großen Widerstand.
814 Todesjahr Karl des Großen.
815 Ludwig der Fromme versucht Jütland zu erobern, was ihm jedoch nicht gelang.
819 Es finden die ersten Scharmützel der Wikinger in Westeuropa (an der Loiremündung) statt.
um 820 Die Städte Inismurray, Inisbofin, Bangor sowie Skelling werden von den Wikingern zerstört. Die Wärager sind in Russland.
820 überfälle der Wikinger auf Flandern und die Seinemündung. In Irland wird ein "Wikinger-Staat" gegründet.
823 Ludwig der Fromme entsendet den päpstlichen Legaten Ebo von Reims nach Dänemark.
824 König Egbert von Wessex (802-839) unterwirft die übrigen englischen Teilstaaten.
825 Haraldr Klakk Haraldsson macht dem legitimen Nachfolger Godfreds die Königswürde streitig. Daraufhin wird er von Godfreds Sohn Horik aus Dänemark verbannt.
826 Taufe von Haraldr Klakk, dem Dänenkönig. Der heilige Ansgar wurde durch Ebo von Reims nach Dänemark entsandt.
827 König Harald von Dänemark wird durch Göttriks Sohn Horich (827 - 854 König von Dänemark) vertrieben.
829 Ansgar wurde von König Björn von Birka gebeten nach Schweden zu kommen.
831 Ansgar wird Erzbischoff von Hamburg.
833 Ludwig der Fromme wurde von seinen Söhnen (Lothar, Ludwig dem Deutschen und Karl dem Kahlen) abgesetzt.In diesem Jahr traten die Skandinavier das erste Mal massiv in Erscheinung.
834 Angriff der Wikinger auf Dorestad, Sheppey, Antwerpen und Witla. Es gelang Ludwig dem Frommen erneut an die Macht zu kommen. Eine Flotte Dänen verwüsteten einen Teil Frieslands, zogen dann über Utrecht nach Dorestadt. Dort mordeten sie und nahmen Gefangene. Zum Schluß zerstörten sie einen Teil der Stadt durch Feuer.
835 Ludwig der Fromme wird erneut gekrönt. Die Wikinger verwüsten Noirmoutier und die Insel Sheppey. Dorestad wird überfallen und ausgeplündert. Wikinger sind an der Themsemündung. bis ca. 970 Kunststil Borre.
836 Die Ortgemeinschaft von Noirmoutier musste bedingt durch die Wikinger ihr Kloster aufgeben. Die Wikinger brandschatzten in Antwerpen und im Hafen von Witla an der Mündung der Maas. Dort forderten sie zusätzlich Tributzahlungen von den Einwohnern. Der Norweger Torgeist verschanzt sich mit seiner Flotte in Dubh Linn.
837 Ludwig der Fromme beginnt an exponierten Orten Festungen als Schutz vor den Wikingern zu bauen. Die Wikinger erschienen auf Walcheren und später auf Dorestad und forderten dort Tribut.
838 Ludwig der Fromme fordert zum Schutz die Herstellung einer Flotte mit größtem Eifer zu betreiben.
839 Der Basileus Theophilus schickt Ludwig dem Frommen eine Gesandtschaft, die am 18. Mai in Ingelheim eintraf. Der Norweger Turgeis (Gründer von Dublin) ist in Irland.
840 Todesjahr Ludwig des Frommen (Sohn Karl des Großen). überfall auf Hamwik durch die Dänen. Es nehmen die überfälle von Dänen und Norwegern auf französischem Gebiet zu.
841 Dänische Seeräuber überfielen Rouen. Dort mordeten,plünderten und zerstörten sie danach noch die Stadt.
842 Verwüstung Arelatums durch die maurischen Piraten. Die Dänen tauchen in Quentowic, einige Kilometer südlich von Boulogne auf. Dieser Ort sollte zu einem ihrer wichtigsten Stützpunkte werden. Die Norweger erleben eine Reihe von Niederlagen. Sie tauchen mit 67 Schiffen auf der Loire auf.
843 Vertrag von Verdun. Norweger von Vestfold plündern Nantes.
um 844 Die Küsten Westeuropas hatten unter einem großen Raubzug der Dänen zu leiden. Anführer sollten die angeblichen Söhne Ragnarrs gewesen sein. Die Normannen drangen auf der Garonne bis Toulouse vor und plünderten ungestraft das Land nach allen Seiten. Im fernen Spanien gerieten sie in schwere Kämpfe mit den Sarazenen und mussten schließlich, von diesen besiegt, umkehren. Die Norweger erschienen in der Bretagne. Um 844 bemerkte Ibn Chordadhbeh, daß die Rus "Eunuchen, männliche Sklaven, weibliche Sklaven, Biber- und Marderfelle sowie andere Pelze" verkaufen.
845 Horik greift mit einer Flotte von 600 (!) Schiffen Hamburg an. Am 28.März - überfiel und Plünderte ein gewisser Ragnarr Paris - das damals lediglich aus der Ile-de-la-Cité bestand. Um 845 soll Torgeist von Mael Seachlainn gefangengenommen und bei einem rituellen Opfer in Lough Owell in Westmeath ertränkt worden sein. Bremen wird Sitz des Erzbistum Hamburg.
849 Die Norweger plündern und verbrannten den Ort Périgueux.
850 Haraldr Schönhaar, Sohn Hálfdans wird in Vestfold geboren.
um 850 Rimbert zur Folge fährt Ansgar über die Ostsee von Haithabu nach Birka. Das Gokstadschiff entsteht. Die Dänen überwintern zum ersten Mal auf der Themseinsel Thanet, nachdem sie Canterbury und London geplündert haben.
851 Norweger Olav der Weiße ist bis 870 König in Dublin. Der Dänenhäuptling Rorik wird von König Æthelwulf von Wessex geschlagen. Die Dänen entreißen den Norwegern Dublin.
bis 852 Haraldr Klakk Haraldsson herrscht zusammen mit seinem Bruder Rurik über das Gebiet von Rüstringen.
852 Die Norweger wollen sich am Carlingford Dublin zurückerobern, werden jedoch von den Dänen nach dreitägigem Kampf geschlagen.
853 Der Norwegerführer Olaf besiegt die Dänen in Irland und herrscht dort bis zu seinem Tod im Jahre 871. Ungefähres Todesjahr von König Horik ( Sohn von Godfred).
855 Die Dänen überwintern erneut auf der Themseinsel, diesmal auf Sheppey.
856 Björn Járnisða fährt die Seine hinauf und läßt sich auf der Insel Oissel nieder. Óláfr reist von Dublin nach Norwegen.
857 Von Norwegen reist Óláfr wieder zurück nach Dublin.
858 überfall auf Paris durch die Wikinger.
859 Rurik wird Großfürst von Kiew.
859 - 862 Wikinger sind im Mittelmeerraum. Einnahme von Luna.
860 Agriff der Rus auf Byzanz.
861 Paris ist zum dritten Mal in der Hand der Wikinger.
862 Waräger in Nowgorod.
863 Xantens wird durch die Normannen zerstört.
864 Die Kapitularien von Pîtres sprechen das Verbot aus, den Skandinaviern Waffen zu verkaufen. Sturmflut in Friesland. Ende von Dorestad.
865 Bis 870 fällt Ivar der Knochenlose und andere Wikingerführer in England ein und wüten in dem Land. Feldzug der Waräger gegen Byzanz. Unter dem Befehl von Ragnarrs Söhnen Ívarr Beinlauss, Ubbi und Hálfdan marschierten eine "Armee" von ca. 500 - 1000 Mann gegen Ostanglien.
866 Angriff der "Lodbrokssöhne" Ivar, Ubbe und Halvdan auf Ostanglien. York wird erobert.
867 Die ostanglischen Könige, Osbehrt und Ella, die sich den Dänen entgegenstellten, werden wahrscheinlich getötet.
869 Ívarr Beinlauss und Ubbi überfallen Ostanglien erneut und richten König Edmund den Heiligen auf grausame Weise hin.
870 Segelten die Wikinger nach Island, Grönland und möglicherweise nach Nordamerika. Teilung von Lotharingien zwischen Ludwig dem Deutschen und Karl dem Kahlen. Der Norweger Ivar übernimmt die Herrschaft seines Bruders Olav in Dublin. Angriff auf Wessex und Eroberung Reading durch Hálfdan. Doch die Bevölkerung von Wessex weiß sich zu wehren und siegt bei Ashdown über die Skandinavier.
871 Alfred der Große tritt als König (871 - 901) die Herrschaft in Wessex an und nimmt den Kampf gegen die nordischen Eindringlinge auf. Óláfr zieht es erneut von Dublin nach Norwegen.
872 Sieg von Harald Schönhaar im Hafrsfjord. Einigung Norwegens.
873 Karl dem Kahlen sei es vermutlich gelungen, den Wikingern in Angers Einhalt zu gebieten. Ein Abkommen zwischen den Dänenkönigen Sigfred und Halvdan und den Sachsen wurde vermutlich geschlossen.
874 Norweger gründen eine Siedlung in Island. Beginn der dänisch-norwegischen Kolonisation im Danelag. Die Dänen bemächtigten sich Merciens und teilten sich danach.
876 Entstehung des Königreiches York.
877 Entstehung eines weiteren Dänenreiches in Ostanglien um die "Five Boroughs" (Lincoln, Stamford, Leicester, Nottingham und Derby ), das bis 942 bestand hat.
878 Alfred der Große besiegt dänische Wikinger bei Edington in Wiltshire in einer offenen Schlacht und zwingt sie zur Unterzeichnung des Vertrages von Wedmore. Er gewinnt London zurück. Landung an der Schelde-Mündung. Entstehung des "Großen Herres". Guthrum greift das Gebiet von Wessex an. (bis 891) - Die Dänen operierten auf den Gebiet Frankreich, Belgien, Flandern und dem westlichen Deutschland.
879 Aneignung des Gebietes zwischen Themse und Tees, auf der Höhe des heutigen Middlesbrough durch Guthrum. Die Dänen drangen auf der Schelde bis nach Gent vor.
880 Raubzug an der Elbe durch die Wikinger. Sieg der Wikinger über den Sachsenherzog Brun. bis ca. 1000 Kunststil Jellinge.
881 Der fränkische König Ludwig III bereitet bei Saucourt an der Sommemündung den Wikingern eine klare Niederlage. Die Wikinger sind am Rhein und in Lothringen. Zerstörung der Aachener Pfalz. überfälle auf Köln, Bonn, Mainz, Worms und Metz.
882 Karl der Dicke (Kaiser 881 - 888) schließt die Wikinger bei Elsloo an der Maas ein, gewährt ihnen aber freien Abzug, Tribute und Grafschaften in Friesland. Todesjahr von König Ludwig III.
885 Die Dänen belagern Paris, bis sie von den Franzosen freie Durchfahrt stromaufwärts erlangen und 700 Pfund Silber von Ihnen als Danegeld erhalten. Karl der Dicke kauft Paris wieder frei. Verpfändung von Burgund. Karl der Dicke ließ Godfred ermorden.
886 Alfred der Große erobert zusammen mit seinem Schwager Æthelred London von den Dänen zurück. Es kommt zur Grenzziehung zwischen den Gebieten Alfred des Großen und dem Wikingerkönig Guthrums.
887 Arnulf wird bis 899 König von Kärnten.
888 Odo wird König von Frankreich.
890 Bericht Alfred des Großen über seine Gespräche mit Wulfstan und Ottar von Halogaland.
891 Die Dänen wurden von Arnulf, einem Bastard Karlmanns, des ostfränkischen Königs, an der Dyle in der Nähe von Löwen geschlagen.
892 Ende des "Großen Heeres" durch Seuchen und Hunger. Der Rest geht nach England. Wieder schwere Kämpfe zwischen Alfred dem Großen und den Dänen bis 896. Alfred der Große beginnt sein Herrschaftsgebiet methodisch zu organisieren.
896 Die englische Flotte bekämpft wikingische Schiffe vor der Insel Wight. Erneuter Vorstoß der Wikinger auf der Seine ins Landesinnere.
899 Todesjahr Alfred des Großen.

Zeitraum von 900 - 1000 n.Chr.

um 900 Beginn der Schwedenherrschaft in Süddänemark und Haithabu. Der Norden ist gezwungen vom Tauschhandel, zur Geldwirtschaft überzugehen.
901 Rückeroberung von Dublin durch die Iren.
902 Der irische König Cearbhall von Leinster entreißt den Norwegern Dublin.
907 Die Rus -schwedische Wikinger in Russland- greifen Konstantinopel von der See her an. Der byzantinische Kaiser zahlt Tribut und bietet die Handelsrechte an.
911 Der französische König Karl der Einfältige überträgt dem Wikingerführer Rollo das Lehen über die spätere Normandie. Rollo wird Herzog der Normandie und heiratet Gisela, die Tochter Karl des Einfältigen. Göngu-Hrólfr gelingt es nicht die Stadt Chartres einzunehmen. Hrólfr wird Herr über das Gebiet des heutigen Departements Untere Seine, Eure, Calvados, Manche, und (teilweise) Orne.
912 Göngu-Hrólfr-Rollo läßt sich als Christ taufen.
um 912 Irland wird von einer norwegischen Wikingerflotte heimgesucht.
um 915 Eine große Gruppe Norweger läßt sich in Northumbrien nieder.
916 Norweger und Dänen lieferten sich eine Schlacht bei der irischen Ortschaft Corfey. Eduard, Sohn Alfreds des Großen führt einen systematischen Kampf gegen die Dänen und geht fast immer als Sieger hervor.
von 916 an Norwegisches Ivar-Geschlecht in Irland.
um 918 Eduard, der Sohn Alfreds des Großen läßt eine Festungslinie errichten. Sie umfaßt Hertford, Witham, Buckingham, Bedford, Maldon und andere Orte.
919 Rögnvaldr erobert York und läßt sich zum König ausrufen. Die Norweger beginnen einen zweiten Feldzug und besiegen die Iren bei Climashogue. Die Dänen lassen sich in Nantes nieder und gründen dort ein dänisches Reich.
um 920 Araber Ibn Fadlan in Bolgar. Die Engländer Rückerobern das Danelag-Gebiet.
921 Sigtryggr tritt Rögnvaldrs Nachfolge an, erobert Dublin zurück und tötet Njál.
924 Eduards Todesjahr. Eduards Sohn Athelstan führt seine Politik fort. Hrólfr übernimmt auch noch die Herrschaft über die Landschaften Bessin und Maine.
925 Island verzeichnet einen starken Bevölkerungszuwachs und später eine relative Stabilisierung der Bevölkerungszahl. Die Norweger und die Bewohner der keltischen Gebiete schlossen eine Art Bündnis.
926 In der Bretagne erpressen die Wikinger ihre letzte große Tributzahlung.
um 927 Athelstan eroberte Northumbrien und York zurück.
930 Úlfljótr führt in Island das alþing, gleichzusetzen mit dem in Skandinavien existierenden þing, ein. Die norwegische Einwanderung findet in Island ihr Ende. Erster Gesetzessprecher wird Ulfjot.
bis 932 Haraldr Schönhaar regierte als norwegischer König.
933 Erneut vergrößert sich das Herrschaftsgebiet Hrólfrs um die Cotentin-Halbinsel und der Avranchin. Das gesamte Herrschaftsgebiet wird heute als Normandie bezeichnet.
934 Eroberung Haithabus durch König Heinrich I. König Knuba läßt sich taufen.
936 Ende der schwedischen Macht in Haithabu. Jelling wird Königssitz in Jütland. Erzbischof Unni von Hamburg-Bremen stirbt in Birka. Die Wikinger werden endgültig aus der Bretagne vertrieben. Gormr der Alte gelangt in Dänemark an die Macht. Gormr und sein Sohn sind dank der berühmten Runensteine von Jelling gut bekannt.
937 Athelstan und sein Bruder Edmund, das heißt die Heere Wessex und Merciens führten eine gewaltige Schlacht gegen ein Bündnis (Norweger, Schotten und Kelten). Auflösung des dänischen Reiches bei Nantes.
939 Athelstans Todesjahr. Athelstans Bruder Edmund regiert in seinem Sinne weiter.
um 940 Gorm der Alte und Königin Tyra in Jelling. Erik Blutaxt (940 - 945) König von Norwegen. Die Gegend um York und Mittelengland wird durch Óláfr, der Sohn Guðfriðrs, verwüstet. Óláfr ließ in York Münzen mit seinem Namen, Anlaf schlagen.
941 Eine Flotte unter der Führung von Igor unternimmt einen Angriff Byzanz, wurde aber vom "griechischen Feuer" zerstört.
944 Friedensvertrag Kiew - Byzanz.
945 Haakon der Gute wird König von Norwegen (945 - 960)
946 Edmund wird erstochen.
948 Erik Blutaxt, der Sohn Harald Schönhaars, wurde aus Norwegen vertrieben und zog nach England, dort übernimmt er die Herrschaft über York.
um 950 Egil Skallagrimsson wird bedeutendster Skalde in Island. Groms der Alte stirbt. Besuch des arabischen Kaufmanns At-Tartuschi aus Cordova in Haithabu.
bis ca. 1060 Kunststil Mammen.
954 Zerfall des Königreiches York. Erik Blutaxt fiel im Kampf, gegen die Engländer, um York.
955 Swatjoslaw der Sohn von Igor-Ingvarr und Olga-Helga läßt sich taufen.
um 960 Harald Blauzahn läßt sich taufen und macht die Dänen zu Christen.
ca. 960 König Graumantel König von Norwegen (bis 970)
965 Island verbessert sein rechtsprechendes System. Nach der Aufteilung Islands in vier "Bezirke" erhält jeder sein eigenes Gericht. Swatjoslaw erobert die Chasarenfestung Sarkel.
968 Ungefähres Geburtsjahr Óláfr Tryggvasons, er war der Enkel Haraldr Schönhaars. Angriff durch die Norweger auf das ferne Compostela.
ca. 970 Herrschaft des Haakon Jarl in Norwegen (bis 995)
971 Swatjoslaw trifft an der Donau mit Basileus Johannes Tsimiskes zusammen und schließt mit ihm einen Vertrag.
972 Swatjoslaw wird von den Petschenegen getötet.
974 Angriff Ottos II. auf Haithabu und Dänemark.
ab 975 In Skandinavien beginnt man vermehrt mit der Münzprägung.
980 Die Iren bereiteten den Norwegern bei Tara eine schwere Niederlage. bis 1015 - Wladimir genannt "der Große" oder auch "der Heilige" herrscht über Rußland.
bis ca. 1080 Kunststil Ringerike.
um 980 Schlacht an den Fyris-Wällen bei Uppsala. Sieg Eric Segersälls. Beginn von neuen Wikingerzügen gegen England. Es werden generell, ja fast systematisch die wikingischen Raubzüge wieder aufgenommen. Kiew wird nach Vereinigung der beiden Khanate Nowgorod und Kiew Hauptstadt des Rusen-Reiches. Wladimir I. Fürst in Kiew (bis 1015). Die christliche Entwicklung manifestierte sich politisch in Dänemark. Sigtryggr Silkisegg tritt die Nachfolge seines Vaters Óláfr Kvaran in Irland an.
981 Sächsischer Geistlicher Fredrik in Island. Als Mönch im Kloster Iona beschließt Óláfr sein Leben.
982 Erik der Rote aus Island entdeckt Grönland. Wladimir bekehrt sich zum Katholizismus byzantinischer Prägung.
983 Die Dänen erobern Schleswig zurück und vertreiben die im südlichen Teil lebenden Deutschen. Der norwegische Jarl Hákon Sigurðarson aus Trpøndelag bricht sein Bündnis mit König Haraldr Blauzahn.
984 Die Wikinger zogen raubend und mordend die Elbe entlang.
985 Eriks Siedlungsunternehmen bis 986 in Grönland. Der große isländische bóndi, Eiríkr rauði ( Erik der Rote) wird wegen Todschlags geächtet.
um 985 Haraldr Blauzahn muß unerwartet vor seinem eigenen Sohn Sven Gabelbart flüchten.
986 Tod des Dänenkönigs Harald Blauzahn in der Verbannung in Jumne-Wollin. Irrfahrt Björn Herjulfsson zwischen Grönland und Labrador. Sven Gabelbart wird König der Dänen (bis 1014). Erik der Rote bricht mit 25 Schiffen auf, um mit 400 Isländern Grönland zu kolonisieren.
987 Taufe Wladimirs I. in Kiew.
991 Die Engländer erleiden bei der Schlacht von Maldon gegenüber den Norwegern eine Niederlage.
994 Taufe des Schwedenkönigs Olaf Schoßkönig. Hunderte Langschiffe Sven Gabelbarts und Olaf Tryggvassons vor London. Die Wikinger zogen raubend und mordend die Elbe entlang.
995 Olav Tryggvarsson König von Norwegen (bis 1000). Geburtsjahr von Óláfr Haraldsson inn digri ( der Dicke ).
997 Der deutsche Kleriker Þangbrandr (Tangbrand) findet sich als Missionar auf Island ein. Die Dänen starten einen 2 jährigen Verwüstungszug auf Wessex und die Region drumherum.
999 Island ist nun vollständig christianisiert. Leifr hinn heppni ( der Glückliche) Eiríksson, der Sohn Erik des Roten bricht auf das Land zu finden, von dem Bjarni berichtet hatte.
Ende 10.Jh. der wikingischen Militärlager Trelleborg, Fyrkat und Nonnebakken. Bekehrung Skandinaviens zum Christentum.

Zeitraum von 1000 - 1100 n.Chr.

1000 Das isländische Althing beschließt die übernahme des Christentums als Staatreligion. Leif Eriksson unternimmt Fahrt nach Vinland. Seeschlacht bei Svolder. Olaf Tryggvasson stirbt. Norwegen wird dänisch. Erik Jarl und Sven Jarl Könige von Norwegen (bis 1016).
um 1000 Leifr´s Bruder Þorvaldr macht sich auf den Weg nach Vinland. Verschiebung der innerskandinavischen Machtverhältnisse. Óláfr Sköttkonungr Eiríksson regiert in Schweden. Auf den Orkney-Inseln herrscht unangefochten der Jarl Sigurðr digri (der "Dicke").
1002 13. November - Æthelred gibt den Befehl alle "Dänen" in England zu töten. Dänemark und Norwegen, die nun in einem Reich vereint sind, greifen England aufs Neue an. König Brian Boru gelang es den Oberkönig Mael Seachlainn II. zu entthronen.
1003 Þorvaldr´s Mannschaft segelt nach Grönland. bis 1005 - Sveinn unternimmt vermehrt überfälle auf englisches Gebiet. bis 1004 - Rachefeldzüge des Dänenkönigs Sven Gabelbart nach England.
1005 Auf Veranlassung Njáls wurde ein "Oberstes Gericht" oder "Fünftes Gericht" geschaffen, dessen Urteile nicht angefochten werden konnten. Eine schwere Hungersnot bricht über England herein, so das Sveinn gezwungen ist nach Dänemark zurückzukehren.
1006 Sveinn sucht England aufs neue heim.
1007 Æthelred zahlt 36000 Pfund um die Dänen zum Abzug zu bewegen.
1009 Die Skandinavier unternehmen zum ersten Mal einen großen organisierten Feldzug gegen England.
1010 Die Dänen liefern den Engländern bei Ringmere eine offene Feldschlacht.
1013 Sven Gabelbart wird König von England. bis 1015 - Óláfr Haraldsson macht die Küsten Galiciens und Aquitaniens unsicher. Óláfr Haraldsson läßt sich in Rounen taufen.
um 1013 Sveinn zieht erneut mit einem dänischen Heer nach England, worauf Æthelred zu seinem Schwager in die Normandie flieht. Sveinn wird alleiniger König Englands.
1014 Ende der wikingischen Macht in Irland. Harald König von Dänemark.
(bis 1018).
In Irland gibt es keine echten "Wikingerexpeditionen" mehr. Die Skandinavier erringen die Oberherrschaft über den angelsächsisischen Raum. Februar - Sveinns Todesjahr. Knútr ist gezwungen nach Dänemark zurückzukehren. Æthelred wird nach Sveinns Tod, vom englischen Adel aus der Normandie zurückgerufen. Sveinn´s achtzehnjähriger Sohn Knútr wird sein Nachfolger und regiert bis 1035.
1015 Olaf Haraldsson erklärt als norwegischer König das Christentum zur Staatsreligion. Wladimirs Todesjahr.
1016 Der Dänenkönig Knut erobert den englischen Thron und regiert fast 20 Jahre. Olav der Heilige wird König von Norwegen (bis 1030). Norwegen wird christianisiert und die Kleinkönige entmachtet. Óláfr Haraldsson nutzt die Abwesenheit von Jarl Eiríkr um über ein Bündnis der anderen norwegischen Jarle in Nesjar am Oslofjord zu siegen. Danach macht er Niðaros zu seinem Herrschersitz. Noch zu Ende des Jahres herrscht er über den größten Teil Norwegens.
1017 Knútr läßt Eadric Streona hinrichten und erklärt Mercien wieder zu seinem direkten Herrschaftsgebiet.
1018 Knútrs Bruder Haraldr stirbt. Knútr kehrt nach Dänemark zurück. Nach der Umwandlung der Danegeldzahlungen in Steuern, wird eine Rekordsumme von 10500 Pfund in England aufgebracht, zuzüglich 10500 Pfund alleine für London.
1019 bis 1054 - Jaroslaw übernimmt den Thron Rußlands von seinem Vater Wladimir.
1020 Normannen in Unteritalien.
1024 Knútr kehrt nach England zurück, nachdem er die Regentschaft über Norwegen, seinem Schwager Jarl Úlfr übertragen hat.
1029 Hákon Eiríksson stirb den Ertrinkungstod.
1030 Óláfr Haraldsson kehrt aus Rußland nach Norwegen zurück, um sein Königreich zurückzugewinnen. 29. Juli - Óláfr Haraldsson wird in der Schlacht um die Rückgewinnung seines Reiches, welches ihm 1028 der Dänenkönig Knútr entrissen hat, von Stiklarstaðir im Trøndelag besiegt und getötet. Jaroslaw bereitet den Petschenegen eine vernichtende Niederlage.
1035 12. November - Knútr stirb in England und wird in Winchester beigesetzt. Hartheknut wir König von Dänemark (bis 1042). Wilhelm I. Herzog der Normandie (bis 1087), von 1066 an auch König von England. Magnus der Gute wird König von Norwegen (bis 1047), von 1042 an auch König von Dänemark. bis ca. 1150 Kunststil Urnes.
1037 In England tritt Haraldr Hasenfuß, Knútrs Sohn aus erster Ehe mit Ælfgifu, die Nachfolge seines Vaters an. Königin Emma muß sich nach Flandern ins Exil begeben.
1038 Hörða-Knút wurde durch seinen Halbbruder Haraldr Hasenfuß um Englands Thron gebracht.
1040 Hörða-Knútr begibt sich nach England und fordert Danegeld in Höhe von 32000 Pfund. Die Zahlung erfolgt ein Jahr später.
1042 8. Juni - Hörða-Knutr stirbt durch eine seltsame Krankheit.
1043 Erste Erwähnung von Kopenhagen. Normannen besiegen Araber in Anapulien. Eduard der Bekenner wird König von England (bis 1066). Die Wenden greifen Dänemark an. Jaroslaw unternimmt einen Feldzug gegen Byzanz und verliert dort seine Flotte.
1045 Haraldr der Harte kehrt aus Byzanz zurück und begibt sich nach Schweden. Dort verbündet er sich mit Sveinn Estridsen und verwüstet mit ihm Sjælland und Fiunia (Fünen).
1047 Harald Haarderaade wird König von Norwegen (bis 1066). Sven Estridsson wird König von Dänemark (bis 1076). ab - Der Abenteurer Robert Guiscard erobert Kampanien und greift Byzanz an. Magnús der Gute stirbt vermutlich durch einen Reitunfall.
1048 Gründung Oslos durch König Harald.
1050 Haraldr der Harte plündert und brandschatzt Haithabu. Jarl Þorfinnr steigt zum Herrscher über das nordwestliche Schottland auf.
1052 Diarmaid von Leinster erringt endgültig die Herrschaft über das Königreich Dublin für die Iren zurück. Eduard dem Bekenner gelingt es eine einflußreiche englisch-dänische Fraktion um den Earl Godwin zu verbannen.
1060 Robert Guiscard bemächtigt sich Reggios, Baris und Sizilien.
1061 Normannen erobern bis 1091 Sizilien.
1066 Der Norwegerkönig Harald Haraldi unterliegt Harold Godwinson in der Schlacht von Stamford Bridge. Danach besiegt Wilhelm der Eroberer Harold am 14.Oktober in der Schlacht von Hastings.' 14. Oktober - Haraldr der Harte fällt im Kampf. Plünderung Haithabus durch die Wenden. Olaf der Friedliche König von Norwegen (bis 1093). Todesjahr von Eduard dem Bekenner.
1068 Die Verbindung zwischen dem slawisch-skandinavischen Raum und der Ostsee wird durch den neuerlichen Einfall der Petschenegen endgültig unterbrochen.
1072 Normannen erobern Palermo.
1074 Sveinn Estridsen stirbt als König von Dänemark (seit 1047).
um 1075 Entstehung der Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum, geschrieben von Adam von Bremen.
1080 Knut der Heilige König von Dänemark (bis 1086). bis 1095 - Godred Crovan herrscht nahezu unangefochten über Dublin und Leinster.
1085 Letzter Versuch England für Dänemark zurückzugewinnen.
1086 Zerstörung der Aggersborg.

Zeitraum ab 1100 n.Chr.

um 1100 Beginn der Geschichtsschreibung auf Island durch Saemund dem Weisen
(1056 - 1133).
1150 bis 1350 - Es entstehen die meisten Sagas über die Wikingerzeit. Ein Prunkstück dieser Sagas ist die Heimskringla des Dichter Snorri Sturluson
(1179 - 1241).
um 1200 "Landnahmebuch" von Island und die Dänengeschichte des Saxon Grammaticus.

 

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