Die Germanen:
Leben und Glaube

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"Dass mir mein Hund
das Liebste sei,
sagst du, oh Mensch,
sei Sünde.
Mein Hund ist mir
im Sturme treu,
der Mensch
nicht mal im Winde."

(Franz von Assisi, Heiliger)

 

 

Der Hund
ist des Menschen
heiligstes Tier!
Er folgt und gehorcht
nur mir,
ist an meiner Seite
in jeder Not,
teilt mit mir
mein Wasser und Brot!

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FdGBH

Unser Tierarzt:
DVM G. Klünder



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Das Leben der Germanen

Die Herkunft des Begriffs "Germane" ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt.

älteste historische Berichte über germanische Kulturen stammen von Begegnungen mit den Griechen und dem Römischen Reich; eigene Schriftzeugnisse wie z. B. die Runen finden sich erst nach der Zeitenwende.

Der Germanenbegriff ist eine völkerkundliche Einteilung in antiker Tradition für eine Großgruppe zwischen Kelten und Skythen. Er ist zum geringen Teil eine Selbstbezeichnung, im übrigen aber eine Fremdbenennung von außen.

Auch eine Selbstbenennung lässt keinen Schluss auf ein Bewusstsein gesamtgermanischer Identität zu, schon gar nicht im Sinne moderner Vorstellungen von Ethnizität, da die gentes, die Stämme, auch sehr unterschiedlich zusammengesetzt waren.


Stämme

Ernst Schwarz (1895-1983, deutscher germanistischer Mediävist und Historiker) unterteilte die Stämme in seiner "Germanischen Stammeskunde" wie folgt...
Nordseegermanen (Jüten, Angeln, Sachsen, Chauken, Friesen und Cherusker)
Weser- Rheingermanen(Belgen und ihre Teilstämme, Kleinere Rheinstämme, Canninefaten, Chatten, Bataver und Franken)
Linksrheinische Germanen (Aduatuker, Baetasier, Caerosen, Condruser, Eburonen, Frisiavonen, Paemanen, Segner, Sunuker, Tungern)
Elbgermanen(Semnonen, Nordschwaben, Sweben, Markomannen, Quaden, Alamannen, Juthungen, Hermunduren, Thüringer, Baiern und Langobarden)
Ostgermanen(Kimbern, Teutonen, Ambronen, Wandalen, Hasdingen, Warnen, Burgunder, Rugier, Goten, Gepiden, Krimgoten und Heruler)

Inwieweit diese Ordnung wirklich stimmt, ist nicht geklärt und lässt sich vielleicht auch nie klären. Manch einer dieser Stämme mag auch keltischen Ursprungs gewesen sein, aber wer könnte das heute mit Sicherheit sagen ?

Innerhalb der Stämme der Germanen herrschte eine Oberschicht. Die Zugehörigkeit zu dieser Führungsschicht hing vom Besitz ab. Die Herrschaft stützte sich auf das Gefolgswesen: Eine Gefolgschaft war eine Gruppe von treuen Kriegern, die für ihren Gefolgsherrn kämpfen. Dafür wurden sie von ihm versorgt und bekamen bei Kriegszügen Anteile an der Beute.

Ihr Verhältnis basierte auf einer gegenseitigen Treueverpflichtung. Unterhalb der herrschenden Schicht gab es Freie und Unfreie. Die freien Germanen lebten in Familienverbänden zusammen- den Sippen. Es gab auch Unfreie (Sklaven), die von einem Familienverband abhängig waren. Sie bewirtschafteten als Pächter Höfe, mussten aber dem Herrn Abgaben leisten. An dem Thing durften Unfreie nicht teilnehmen. Auf der Volksversammlung wurden Beschlüsse gefasst, die das Zusammenleben regeln sollten.

Sie fand im Freien statt, auf Hügeln oder unter heiligen Bäumen in Hainen. Eine wichtige Seite der Volkswirtschaft ist die Rechtsprechung. Ein Schwerverbrecher wurde an eine Art Kreuz gebunden und ins Moor versenkt. Diese Strafe wurde nur in besonders schweren Fällen angewandt, wie bei Feigheit vor dem Feinde; Verräter wurden gehängt. Kleinere Vergehen wurden mit Bußen bestraft. Die Rechtsprechung erfolgte durch den Thing, bei geringfügigen Vergehen durch den Sippenältesten oder Sippenführer.

Entscheidungen des Stammes wurden von allen freien und waffenfähigen Männern auf dem Thing, der Volksversammlung entschieden. Jeder hatte eine Stimme. Das Thing wurde zu festen Zeiten, bei Neumond oder Vollmond ohne Einladung oder in Notfällen mit Ladung abgehalten. Das der Mond mitspielte, hatte mit dem Glauben daran zu tun, das er auf gewisse Entscheidungen einen günstigen Einfluss nahm. Während der Verhandlungen war Schweigen geboten. Das Thing fand im Freien, meist an einer heiligen Stätte statt, wurde durch einen feierlichen Akt geweiht und damit unter den Götterfrieden gestellt. Eine Verletzung des Thingfriedens war ein schwerer Frevel gegen die Götter und wurde durch die Priester bestraft.

Das Thing war zunächst Heeresversamlmung und entschied über Frieden und Krieg. Aber hier erfolgte auch die Wehrhaftmachung der jungen Männer, mit der sie zwar nicht aus der Munt des Vaters entlassen wurden, aber ins Heer aufgenommen und zum Thing zugelassen. Auch die Freilassung von Unfreien und ihre Eingliederung in die Gesellschaft oblag der Versammlung, genauso wie hier über schwere Vergehen gerichtet wurde, wie etwa Friedensbruch, Landverrat oder Götterfrevel.

Ging es um politische Verhandlungen, so besprachen sie vorab die ältesten. Die Abstimmungen über Kriegszüge und ähnliches wurden durch Waffenzusammenschlagen oder Murren entschieden. Ein König änderte nichts an diesen Verfahrensweise.

Der König war ein Mann aus dem Adel, vom Volk gewählt übertrug ihm dieses die Aufsicht über Recht und Ordnung, manchmal auch die Leitung von religiösen Handlungen und den Oberbefehl im Krieg. Rechtskräftig wurde die Wahl, wenn der Gewählte auf den Schild gehoben wurde und das Volk ihm zujubelte.

Erfüllte er seine Pflichten nicht, wurde er kurzerhand abgesetzt, verjagt oder sogar erschlagen. Der König war also nie alleiniger und uneingeschränkter Herrscher. Die Stämme ohne König wählten sich in Kriegszeiten einen Herzog, als Oberbefehlshaber, während in Friedenszeiten ein Oberhaupt fehlte.



Glaube der Germanen

Einige Götter der Germanen kennen wir aus späteren überlieferungen: Donar, Freya und Wotan. Sie wurden in Heiligtümern unter freiem Himmel verehrt (heilige Haine).

Durch Opfer konnten Götter freundlich gestimmt werden. Möglicherweise benutzten verschiedene Stämme oder Stammesteile bei ähnlichen Glaubensvorstellungen dieselben Heiligtümer.

Im Götterkult der Germanen hat Caesar eine Falschaussage gemacht. Statt Sonne, Mond und Vulkan beten sie die nordischen Götter an. Im Sinne der Abhärtung der Germanen behauptete Caesar, dass sie nur dürftige Felle trugen, die sie vor Kälte nicht bewahrten.

Sie trugen aber bereits schon Hose, Hemd und Schuhe, die Frauen trugen Kleider. Mit der Beschreibung über Ernährung und Wohnen der Germanen stimmt Caesar mit dem heutigen Kenntnisstand überein. Was Raubzüge und Kriege angeht, ist es wahr, dass die Germanen zum Schutze vor überfällen Einöde um sich herum schufen. Auch sonstige Erklärungen sind wahrheitsgemäß.

Aus einigen der Unstimmigkeiten warf sich für uns folgende Frage auf: Welche Absichten verfolgte Caesar mit der übertreibung oder der falschen Beschreibung der Germanen?

Was den Götterkult betrifft, stellte Caesar die Germanen in ihrem Glauben sehr primitiv dar. Der nordische Götterkult ist ebenso ausgeprägt wie der Glaube an die römischen Gottheiten. Sie glaubten bei weitem nicht nur an Sonne, Mond und Vulkan. Caesar wollte seinem Volk glaubhaft machen, dass ihre Kultur und Lebensweise die höhergestellte sei. Auch durch die Beschreibung der Bekleidung aus Fell stellte er sie wilder und unzivilisierter dar, als sie waren. Er vernachlässigte die Tatsache, dass das Niveau in der Textilherstellung schon sehr hoch war.

Die germanischen Mythen erzählen von den Konflikten zwischen Göttern und Ungeheuern. Die Götter errichteten im eigenen Reich wie in dem der Menschen eine Ordnung, begründeten Gesetz und Reichtum, Kunst und Weisheit. Ungeheuer, Frost- und Reifriesen hingegen waren bedrohlich, weil sie die Welt wieder ins Chaos zu stürzen suchten. Die Geschichten handeln von tatkräftigen, rastlosen Menschen, die an Kriege, Unsicherheit und ungünstige Wetterverhältnisse gewöhnt waren, von Kriegern, die überall einfielen und sich gegenseitig bekämpften, um neues Siedlungsgebiet zu erobern.

Die Skandinavier der Wikingerzeit führten diese Tradition weiter, indem sie auf der Suche nach Ruhm und Reichtum weite Seereisen unternahmen. Die Menschen wandten sich an die Asen und Vanen, die Götter des Himmels und der Erde, die Gesetz und Ordnung fördern und Fruchtbarkeit bringen sollten. Die Götter gewährten aber auch Wissen über Vergangenheit und Zukunft, dichterische und rhetorische Inspiration, sie standen den Königen bei und sorgten für Kriegsglück sowie - nach dem Tode - für Aufnahme ins Reich der Ahnen.


Frühgermanische Gottheiten

DonarGott des Himmels und des Donners (angelsächsich: Thunor)
Freaoberste Göttin, Gemahlin Wodans (angelsächsisch: Frig)
IngFruchtbarkeitsgott mit Wagen, den auch die Angelsachsen kannten
NehalenniaGöttin der Fruchtbarkeit und des Meeres, wurde an der Küste Hollands verehrt
NerthusErdgöttin, wurde in Dänemark verehrt
TefwasGott des Himmels, des Gesetzes und der Schlacht (angelsächsisch: Tiw oder Tig)
WodanGott der Unterwelt, der Magie, der Inspiration, der Dichtung und der Schlacht (angelsächsisch: Woden)


Vanen und Asen

In der germanischen Religion gab es ursprünglich zwei verschiedene Göttergeschlechter: die Vanen und die Asen. Die Vanen (oder auch Wanen = die Glänzenden) stellen das älteste Göttergeschlecht in der germanischen Religion dar und vereinigen eine kleine Gruppe von Fruchtbarkeitsgöttern sowie Schutzgottheiten der Bauern, Fischer und Seefahrer. Ihre Verehrung äußerte sich vor allem in Kulttänzen und Vegetationsriten.

Die Vanen lebten in Vannaheim (oder Vanaheimr bzw. Vanenheim). Ein wesentlicher Punkt, durch den sich die Vanen von den Asen unterschieden, war die Geschwisterehe, die von den Asen als Blutschande verurteilt wurde.

Entsprechend den Gottheiten ist der Vanenkult eher bäuerlichen Ursprungs, während die Asen kriegerischer Natur sind. Und so kommt es eines Tages auch unausweichlich um ersten Krieg zwischen Vanen und Asen, an dessen Ende es weder Sieger noch Verlierer gibt und auf beiden Seiten verschiedene Gottheiten als Geiseln ausgetauscht werden. Die Asen haben ihren Wohnsitz in Asgard und entsprechend ihres kriegerischen Charakters werden sie mit Attributen wie Speer, Hammer, Beil, Schwert o. ä. dargestellt.

Götter der Vanen

NjördGott der Fruchtbarkeit, der Schifffahrt sowie des Windes und der Meere
NerthusGöttin der Fruchtbarkeit.
Freyr (Frö)Gott des Lichtes und der Sonne sowie des Regens und der Fruchtbarkeit; Sohn Njörds
Freyja (Freya, Fröga)die Ur- oder Erdmutter, Göttin der Fruchtbarkeit und des Frühlings sowie der Liebe und des Glücks; Schwester Freyrs; später eine der zentralen Götterfiguren der Asen und Gattin Odins


Götter der Asen

width=Tiuz (Tiu, Ziu, Tiw, Tyr)Himmelsgott; zunächst oberster Gott, bis Odin seinen Platz einnimmt; später Gott des Rechtes, des Krieges, des Zweikampfes und des Sieges
Odin (Othinu, Wuotan, Wodan)Kriegs-, Sturm- und Jagdgott; Gott der Weisheit und der Dichtkunst sowie Schutzgott der Felder
Hödrblinder Sohn des Odin
Lokizwielichtige Göttergestalt zunächst gut-, später jedoch bösartigen Charakters
Thor (Thorr, Thunor, Donar) Wettergott sowie Gott des Donners, der Wolken, der Winde und des Kampfes und Gott der Bauern; Sohn Odins
Frigg (Fija, Frea)Himmelsgöttin, Königin der Götter und der Menschen
Baldr (Baldur)Gott des Frühlings, des Lichts und der Gerechtigkeit; Sohn von Odin und Frigg
HermodGötterbote; Bruder Baldrs Ran Göttin des Meeres


Frühe und vergessene Götter

Zu den frühen Zeugnissen der nordeuropäischen Mythologie gehört eine Felsengravierung aus der Bronzezeit.

Sie zeigt eine Figur mit einem Speer, vielleicht der spätere germanische Gott Teiwas, der mit dem römischen Kriegsgott Mars gleichgesetzt wurde, aber auch als Gesetzesbringer galt. Vielleicht war dies auch die Gottheit, die Tacitus "Gott und Herrscher über alles" nannte und die in einem heiligen Wald verehrt wurde.

Wer den Wald betrat, musste gefesselt werden - eine Vorstellung, die auch mit dem skandinavischen Tyr verbunden war. Bei diesem handelt es sich um eine spätere Form des Teiwas, den man deshalb verehrte, weil er den Wolf gefesselt hatte.

Der Donnergott Donar stand mit den großen Eichenwäldern Nordeuropas in Zusammenhang und wurde mit dem römischen Jupiter sowie mit Herkules gleichgesetzt. Sein Attribut war die Axt, ein Symbol für die Macht des Blitzes.

In der angelsächsischen Literatur finden sich Spuren von Mythen über einen jungen Gott, der vom Meer her kam und Wohltaten brachte. Das Meer wurde wie die Erde mit Fruchtbarkeit gleichgesetzt, und so war auch das Schiff eines der Hauptsymbole der Fruchtbarkeitsgötter.

In Dänemark gab es eine mächtige Göttin namens Nerthus, in den Niederlanden eine Göttin der Nordsee namens Nehalennia. Außerdem wurde eine Königin des Himmels sowie eine Gefährtin der Himmelsgöttin Frea verehrt. Sowohl in germanischen als auch in keltischen Gebieten finden sich auf Steinen aus der Römerzeit Darstellungen von Begleiterinnen weiblicher Gottheiten, die als die Mütter bezeichnet wurden (häufig als Dreigestalt).

Ein weiteres Symbol der Fruchtbarkeitsgötter war der Eber, der als schützender Talisman bei der Schlacht mitgeführt wurde.

Von der Frühzeit an war Wodan, der mit dem römischen Merkur gleichgesetzt wurde, eine bedeutende Gottheit. Wodan brachte Glück in der Schlacht und wurde manchmal als reitender Krieger dargestellt; doch er war eine düstere Gestalt, dessen Gefolge am Ende zu Niederlage und Tod verdammt war. Man opferte ihm Menschen, indem man sie erhängte. Obwohl er (wie Merkur) den Weg in die Unterwelt wies, wurde er auch mit dem Himmel in Verbindung gebracht und durch den Adler symbolisiert. Andere Symbole für ihn waren der Wolf und der Rabe, Wesen des Schlachtfelds.

Er stand mit Weissagung, den Runensymbolen und der Ekstase in Zusammenhang und war sowohl für Krieger als auch für Dichter eine Quelle der Inspiration. Als Urahn der Könige gewährte er diesen seine Gunst, und von ihm hing ihr Erfolg ab. Wie Teiwas besaß er einen Speer und, aufgrund seiner Kenntnis der Zauberformeln für die Schlacht, die Macht zu binden und zu lösen.


Heilige Haine

Naturerscheinungen wie Quellen und Felsen, eigenartige Bäume oder Berggipfel, der Regenbogen sind von frühen Kulturen häufig verehrt worden, weil sie in ihnen magische Kräfte vermuteten.

Die Germanen, in Wäldern lebend, haben "höhere Kräfte" in heiligen Hainen verehrt.

"übrigens glauben die Germanen, dass es mit der Hoheit der Himmlischen unvereinbar sei, Götter in Wänden einzuschließen und sie irgendwie menschlichem Gesichtsausdruck anzunähern: Sie weihen Lichtungen und Haine und geben die Namen von Göttern jener weltentrückten Macht, die sie allein in frommem Erschauern erleben." In der "Germania" hat der gebildete Römer Tacitus, am Vorabend des Christentums in einer Weltstadt voller Tempel und Götterstatuen lebend, die religiöse Schlichtheit dieses Naturvolkes mit Staunen geschildert. Das Pathos des Autors prägt bis auf den heutigen Tag die Vorstellungen von germanischer Religiosität, denn die "Germania" ist für Jahrhunderte die einzige einigermaßen zuverlässige Quelle über die Germanen geblieben.

Die Grabungsfunde und die Religionsforschung der letzten Jahrzehnte haben das Bild inzwischen bestätigt und zugleich korrigiert. Tacitus berichtet auch von jenen heiligen Rossen, aus deren Wiehern und Schnauben die Priester die Zukunft deuteten.

"Die Tiere werden auf Kosten des Stammes in den bereits erwähnten Hainen und Lichtungen gehalten, weißglänzend und durch keinerlei irdischen Dienst entweiht."

Tatsächlich haben die Germanen in heiligen Eichenhainen kultische Handlungen vollzogen, zu denen übrigens Menschen- und Tieropfer zählten. Aber auch Quellen und Moore sind heilige Stätten gewesen, weshalb man Verbrecher im Moor versenkte, das heißt opferte. Der Volksmund spricht vom Froschteich, aus dem die Kinder kommen; hier hat sich eine Ahnung aus jener Frühzeit erhalten, ebenso in den Sagen von Wasser- und Waldgeistern, Erdmännchen und Irrlichtern.


Tiergötter und Totemismus

Aus der Urzeit des schweifenden Jägers stammen die Tiergötter. Sie deuten auf Totemismus hin.

Es gibt eine kultische und eine soziale Form des Totemismus. Das aus dem Indianischen stammende Wort bezeichnet etwa die "Sippe" in Verbindung mit einer Schutzmacht, die als Tier verkörpert ist. Der kultische Totemismus führt magische rituelle Handlungen durch, um z. B. für Vermehrung der Jagdtiere zu sorgen, der soziale Totemismus dagegen ordnet den Stamm in Totem-Clans, die bestimmten sozialen Tabus unterliegen, z. B. dem Heiratstabu.

Bei den Germanen waren Eber, Stier, Hirsch und Vogel Totemtiere. Das heutige "Glücksschwein" geht auf den Eberkult zurück, der übrigens auch auf den sozialen Totemismus verweist; ein "germanischer" Stamm hieß nach diesem Totemtier die "Eberleute", die Eburonen. In der Römerzeit waren diese Totembezüge schon verwischt, man sprach von "heiligen Tieren", die jeweils einer Gottheit zugeordnet waren.


Riten und Feste

Die Germanen feierten ihre Feste in zwei verschiedenen Zyklen:
Einmal zur Herbst- und Winterzeit mit Bitten um eine gute Ernte und um Fruchtbarkeit sowie im Spätfrühling bzw. Frühsommer für Wachstum und Sieg.


Jul (Jol)

Zur Mittwinterzeit feierten die Germanen das Fest Jul, bei dem ein Eber geopfert wurde, an das sich ein Festmahl anschloss.

Elemente dieses Festes sind in Skandinavien in Bräuche zur Weihnachtszeit übernommen worden.

Jul bedeutet Rad bzw. Sonnenrad und mit dieser Bedeutung hängen auch verschiedene Bräuche zusammen. Da das Fest in der Mitte des Winters, also zur Sonnenwende, gefeiert wurde, stand die zunehmende Sonne symbolisch im Mittelpunkt der Zeremonien. So wurden am Heiligen Abend im Schnee große Holzräder in Brand gesteckt, die man danach einen Berg oder Hügel hinabrollen ließ, um auf diese Weise die zunehmende Kraft des Lichtes zu beschwören.

Von besonderer Bedeutung ist in dieser Zeit auch der Julfriede, der in den zwölf Nächten zwischen den Jahren üblich war. In diesen Tagen herrschte Waffenruhe und private Zwistigkeiten wurden öffentlich beigelegt.


Opferriten

Opfer wurden an Naturheiligtümern und natürlich vor allem verschiedenen Gottheiten dargebracht.

Dabei handelt es sich vor allem um Bittopfer, mit denen die Götter gnädig gestimmt werden sollten oder mit konkreten Wünschen angerufen wurden. Dabei stand die Art des Opfers immer auch in irgendeiner Beziehung zu der vorgebrachten Bitte.

Im Zentrum der Riten standen jedoch Tier- und zuweilen auch Menschenopfer. Als Tiere wurden vor allem Pferde, Rinder, Eber, Widder oder Hunde den Göttern Tyr und Wodan bzw. Odin geopfert. Nach dem Vollzug des Opfers wurde ein Opfermahl abgehalten, bei dem alle Mitglieder der Opfergemeinschaft gemeinsam das Tier verzehrten. Zu diesen Mahlzeiten wurde Met, ein alkoholhaltiges Getränk aus vergorenem Honigwein, getrunken.

Menschenopfer wurden dem Gott Odin bzw. Wotan zumeist nach einem siegreichen Krieg dargebracht: die Gefangenen wurden entweder aufgehängt oder mit dem Speer getötet.


Odin und Walhall

Odin versammelte Könige und Helden, die in der Schlacht gefallen waren, in seiner Totenhalle, der Walhalla, wo sie feierten und kämpften, bereit, Asgard im Falle eines Angriffs zu verteidigen.

Die Walhalla hat ihren Ursprung möglicherweise in dem Grab, in dem die Toten mit ihren Ahnen feierten. Doch in der Literatur der Wikinger war das Reich der verschwundenen Toten großartiger, und der Eintritt erfolgte mit einer Zeremonie: die toten Helden wurden von Kriegsgöttinnen, den Walküren, durch die Luft zu Odins Halle in Asgard geleitet.

Ein Gedenkstein aus Alskog in Gotland zeigt Odins achtbeiniges Pferd Sieipnir mit einem Reiter (entweder der Gott oder ein toter Held) der von einer Walküre mit einem Füllhorn voll Met in der Halle willkommen geheißen wird.


Weibliche Geister

Weibliche Geister, die die Wanen begleiteten, waren auch mit dem Schlachtfeld verbunden.

Vor allen anderen sind hier die Walküren, die Totenwählerinnen zu nennen, die von Odin ausgesandt wurden, um den Verlauf der Schlacht zu bestimmen und die Adeligen unter den Toten nach Walhall zu bringen. In der Literatur der Wikinger werden sie als edle Frauen beschrieben, die auf einem Pferd sitzen und Speere tragen.

Einer anderen überlieferung zufolge handelt es sich um furchterregende Riesinnen, die in Träumen als Omen für ein nahendes Gemetzel erscheinen, Blut über das Land bringen, Männer in der Schlacht verschlingen oder von Raubvögeln begleitet auf Wölfen reiten. Oft werden sie in Gesellschaft von Raben dargestellt, die sich in Scharen auf dem Schlachtfeld niederlassen und die Leichen zerfleischen.

Ein anderer Aspekt der Walküren bezieht sich auf ihre Rolle als Schutzgeister der Familie; diese Wesen schließen Freundschaft mit jungen Prinzen, geben ihnen einen Namen und ein Schwert, werden ihre übernatürlichen Bräute, lehren sie die Kriegskunst, beschützen sie in der Schlacht und heißen sie nach dem Tod im Hügelgrab willkommen. Es gibt zahlreiche Walkürennamen, von denen die einfachsten, wie etwa Hild, soviel wie Schlacht bedeuten. Viele dieser Namen aber sind poetische Schöpfungen, die nicht auf einem Mythos basieren.



Germanengötter

Odin / Wotan (Wodan/Woitan)

= "Herr der (heiligen) Inspiration"; oberster Gott Gemahl der Frigg. Er ist Gott des Krieges, Schirmherr der Helden und "Vater der Toten"; seine Dienerinnen sind die Walküren.

Wolf und Rabe sind die dem Gott geweihten Tiere; zwei Raben, Hugin und Munin, raunen ihm ins Ohr, was sie auf ihrem Flug durch die Welt gesehen haben. Der Namen Odin/Wodan hängt mit dem Wort "Wut" ("Erregung") zusammen.

Wodan ist der Gott der Ekstase, des Zubers und der Dichtkunst; um Weisheit zu erlangen, opfert er ein Auge. In Sagen und Volksglauben tritt er als einäugiger Krieger mit Speer oder als Wanderer mit Schlapphut und blauem Mantel auf. Außerdem ist er auch Führer des Wilden Heeres der dahinziehenden Seelen. Sein häufiger Gestaltwandel (u.a. Adler und Schlange) und seine Vorlieben für Verkleidungen führen zu dem Beinahmen Grimnir (der Mashierte).

Andere kennzeichnende Beinahmen sind Yggr ( der Schreckliche), Bölverkr (der Unruhestifter) und Hangagud oder Hangatyr (Hängegott) im Hinblick auf die kultischen Menschenopfer wie auch auf Odins Selbstopfer, bei dem er vom eigenen Speer verwundet am Weltenbaum Yggdrasil hängt. In Nordwesteuropa und England ist der Mittwoch nach ihm benannt. Im Mythos wird Odin beim Weltuntergang von Fenrir verschlungen.


Thor

= Gott von Himmel und Donner Aus dem Geschlecht der Asen, Sohn Odins und der göttlich personifizierten Erde Jörd):

Er fährt in einem von zwei Böcken gezogenen Wagen und besitzt den Wurfhammer Mjölnir. Die Edda bezeichnet ihn als Stärksten aller Götter, der diese wie auch die Menschen vor den dämonischen Riesen verteidigt. Zur Zeit Ragnarök tötet er die Midgardschlange, geht aber nach seinem Sieg selbst zugrunde.

Von Thor erhofft man sich Segen bei der Eheschließung und Schutz des Viehs und der Saaten. Der ihm geweihte Baum ist die Eiche. In der "Interpretation Romana" entspricht ihm Herkules oder Jupiter; unter den Wochentagen ist ihm er Donnerstag zugeordnet. Des Gottes Söhne sind Magni und Modi.


Tyr

= Rechts- & Kriegsgott

Etymologisch verwandt mit dem griechischen Zeus und dem altindischen Dyaus.

Bei den alten Germanen zunächst Himmelsgott, dann von Odin verdrängt. Schon die Römer erklickten in Tyr einen Kriegsgott. Tyr war nicht nur Gott des Krieges, sondern auch des Rechts; sein Speer ist sowohl Waffe als auch Zeichen der richterlichen Gewalt. Seinen rechten Arm verlor er bei der Fesselung des Wolfes Fenrir; im Ragnarög fällt er im Kampf gegen Garm.


Frija / Frigg

= Muttergöttin Germanische Göttin, die einerseits von starker Sinnlichkeit ist, bei der andererseits aber doch das mütterliche Prinzip überwiegt.

Ihr Name wird als Geliebte wie auch als Gattin übersetzt. Sie ist Beschützerin des Lebens und hat an ihres Gatten Odin Weisheit teil. Der Wochentagsname dies Veneris ( Tag der Venus) wurde von den Germanen als Tag der Frija (Freitag) übernommen.


Fulla / Fullo (Freya/Herr)

= Fruchtbarkeitsgöttin Gott des Wachstums, der Ernte und des friedlichen Gedeihens.

Freyr ist den Vanen zugehörig, Sohn Njörds und Bruder der Freya. In einem Tempel zu Alt-Uppsala war der Gott unter seinem Aspekt der Fruchtbarkeit dargestellt.


(Hund)

Mythischer Hund, der beim Ausbruch des Weltunterganges (Ragnarök) vor einer Höhle bellt und in der Letzten Schlacht mit dem Gott Tyr kämpft.


BaldurBalder/Baldr)

= Schöner, tapfer und milder Gott, Sohn Odins und der Frigg

Nordgermanischer Gott; nach der Edda ist er schön, tapfer und milde und von glänzendem Aussehen; sein Wohnsitz ist Breidablik ("Breitglanz"), der schönste Palast im Götterhimmel. Er ist Sohn Odins und der Frigg und der gute Gegenspieler des bösen Loki, der den blinden Hödur einen Mistelzweig auf Balder schießen lässt und ihn so tötet. Ein Versuch, Balder aus dem Reich Hel zurückzuholen, bleibt erfolglos.


Fenrir

= Der Wolf Wolfsgestaltiger Dämon der nordischen Mythologie, Sohn von Loki und der Riesin Angrboda; seine Geschwister sind die Midgardschlange und die Unterweltherrscherin Hel.

Als sich die Asen vor Fenrir zu fürchten begannen, fesselten sie ihn mit der unzerreißbaren Schnur Gleipnir; dabei verlor der Gott Tyr seine Hand, die er zur Täuschung des Untiers in dessen Rachen gelegt hatte. Beim Weltuntergang reißt sich der Wolf los und tötet Odin.


Gautr / Gat

= Stammvater diverser Königsfamilien / "Vater der Väter"


Jörmunr / Hirmin

= "Großer, Universaler"


Urd

= Personifikation des Schicksals

Aurvandill / arendel

= Sternenheld / Morgenstern


Volundr / Wland

= der elbenhafte Wieland der Schmied


Nordische Gottheiten

Edda, Aurvandill, Balder, Bragi, Fjölnir, Fjötrgyn, Forseti, Freya, Freyr, Frigg, Fulla, Gautr, Gefjon, Gerda, Gna, Heimdall, Hel, Hermodr, Hödur, Hoenir, Idun, Jörd, Lofn, Loki, Magni und Modi, Mani, Mimir, Nanna, Njörd, Nott, Odin, Rn,Rindr, Sif, Sigyn, Skadi, Sol, Surt, Tyr, Thor, Uller, Urd, Wali, V, Vidar, Vili, Yngvi, ägir, u.v.a.m.

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